Halle (Saale) setzt auf ausfahrbare Poller – doch Geschäftsleute protestieren gegen die WM-Sicherheitsmaßnahme
Sylvio ThiesHalle (Saale) setzt auf ausfahrbare Poller – doch Geschäftsleute protestieren gegen die WM-Sicherheitsmaßnahme
In der Stadt Halle (Saale) wurden entlang der Kleinen Ulrichstraße ausfahrbare Poller installiert, um während der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft den Autoverkehr zu regulieren. Die Behörden wollen damit rücksichtsloses Fahren unterbinden und Fußballfans schützen, die sich in dem Bereich versammeln. Lokale Geschäftsinhaber kritisieren die Maßnahme jedoch als übertrieben und unnötig.
Die Absperrungen können abends und nachts hochgefahren werden, um den Zugang zu beschränken. Die Stadt ist überzeugt, dass dies „Protzfahrten“ verhindern und die Sicherheit der feiernden Fans während der Spiele gewährleisten wird.
An dem betroffenen Abschnitt der Straße liegen zwölf Betriebe, darunter das Café Roter Horizont, die Haley Bar und das Connoisseur. Nur drei von ihnen planen, WM-Spiele öffentlich zu übertragen, sodass mit wenigen Fans in der Gegend zu rechnen ist. Die Inhaber argumentieren, die Poller würden das Straßenbild beeinträchtigen und bezeichnen sie als „militaristisch“ und „völlig überzogen“.
Die Geschäftsleute behaupten zudem, sie seien vor der Installation nicht konsultiert worden. Statt der Absperrungen schlagen sie gezielte Polizeistreifen an Freitag- und Samstagabenden vor, um problematische Fahrer abzuschrecken. Sie weisen darauf hin, dass die Einnahmen aus Bußgeldern wahrscheinlich die Kosten für den Einsatz der Beamten decken würden.
Die Stadt hält die Poller für eine notwendige Sicherheitsvorkehrung während des Turniers. Die Geschäftsinhaber bestehen darauf, dass die Lösung unpraktikabel sei und mehr schade als nutze. Uneinigkeit herrscht weiterhin darüber, ob die Absperrungen oder alternative Polizeimaßnahmen effektiver wären.






