Hannovers Klimabilanz: Treibhausgase halbiert – doch der Verkehr bleibt Problemkind
Francesco HeinrichHannovers Klimabilanz: Treibhausgase halbiert – doch der Verkehr bleibt Problemkind
Hannover hat seine Treibhausgasemissionen seit 1990 fast halbiert – und das, obwohl die Einwohnerzahl, die Zahl der Arbeitsplätze und die städtischen Flächen gewachsen sind. Verantwortliche führen den Erfolg auf verbesserte Technologien, Energiesparmaßnahmen und die Umstellung auf umweltfreundlichere Alternativen zurück.
Besonders deutlich zeigt sich der Erfolg in Industrie und Privathaushalten: Die Emissionen pro Beschäftigtem in Fabriken sanken seit 1990 um etwa 65 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Wärmeverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche nahezu halbiert. Auch der Gesamtenergieverbrauch Hannovers ist gesunken – ein Beleg dafür, wie kollektives Handeln wirken kann.
Der Verkehrssektor bleibt jedoch eine hartnäckige Herausforderung. Fast die Hälfte aller verkehrsbedingten Emissionen stammt von Autobahnen innerhalb der Stadtgrenzen – Bereiche, auf die die Kommune keinen direkten Einfluss hat. Anders als in anderen Sektoren konnten hier weder der Energieverbrauch noch die Emissionen reduziert werden. Für die Zukunft plant Hannover, die klimafreundliche Fernwärme auszubauen und weiter in erneuerbare Energien zu investieren. Damit sollen die bereits erzielten Fortschritte ausgebaut und die schwerer zu reduzierenden Emissionen angegangen werden.
Drei Jahrzehnte Klimaschutz in Hannover haben messbare Ergebnisse gebracht: Industrie und Haushalte verbrauchen deutlich weniger Energie und stoßen weniger Emissionen aus. Dennoch bleiben Verkehr und infrastrukturelle Grenzen Hürden für noch ambitioniertere Einsparungen in den kommenden Jahren.
