Hapag-Lloyd kämpft mit Lieferketten-Krise trotz Aktienboom von 24 Prozent
Dora CichoriusHapag-Lloyd kämpft mit Lieferketten-Krise trotz Aktienboom von 24 Prozent
Die Aktie von Hapag-Lloyd ist im vergangenen Monat um mehr als 20 Prozent gestiegen und notiert derzeit bei 145,20 Euro. Doch der Logistikriese steht weiterhin vor erheblichen betrieblichen Herausforderungen, da geopolitische Spannungen wichtige Handelsrouten unterbrechen und die Kosten in die Höhe treiben.
Seit Dezember 2023 meidet das Unternehmen die Route durch das Rote Meer vollständig und leitet alle Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung um. Diese Umleitung verlängert die Lieferzeiten um 10 bis 20 Tage und treibt die Transportkosten nach oben. Auch der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist eingebrochen: Die Durchfahrten sanken um 90 Prozent – von durchschnittlich 138 Schiffen pro Tag auf einen Bruchteil des üblichen Aufkommens.
Die Umleitungen binden Kapazitäten und belasten die globalen Logistiknetze zusätzlich. Jüngste Angriffe, bei denen unter anderem das gecharterte Schiff Source Blessing durch Splitter beschädigt wurde, unterstreichen die wachsenden Risiken für die Lieferketten. Versicherer haben daraufhin die Prämien erhöht, was große Reedereien zu kurzfristigen Routenänderungen zwingt.
Die Unternehmensführung konzentriert sich nun auf die Optimierung der Flotte, um schwankende Spritpreise und die veränderte Nachfrage nach Konsumgütern zu bewältigen. Ein genaueres Bild der finanziellen Lage wird Hapag-Lloyd vorlegen, wenn der vollständige Jahresbericht 2025 am 26. März 2026 veröffentlicht wird.
Trotz der betrieblichen Rückschläge ist der Aktienkurs seit Januar um etwa 24,6 Prozent geklettert – bleibt jedoch unter dem 52-Wochen-Hoch von 165,90 Euro. Die kommenden Monate werden zeigen, wie gut es Hapag-Lloyd gelingt, sich an anhaltende Störungen und steigende Kosten anzupassen.