01 February 2026, 18:41

Hässlich als neues Schön? Warum ein Autor deutsche Städte neu erfinden will

Ein farbenfrohes, detailliertes Stadtplan-Poster von Überwiningspel, Deutschland, mit lächelnden Menschen, Bäumen und klar beschrifteten Sehenswürdigkeiten.

Hässlich als neues Schön? Warum ein Autor deutsche Städte neu erfinden will

Ein kürzlich erschienener Kommentar hat eine Debatte über die städtischen Landschaften Deutschlands ausgelöst. Während viele die Städte des Landes für ihren Charme-Mangel kritisieren, plädiert ein Autor dafür, sie stattdessen zu feiern. Sein Vorschlag: aus vermeintlich hässlichen Ecken Touristenattraktionen machen.

Die Idee entsteht nach Jahren der Diskussion über die Ästhetik deutscher Städte, darunter auch die umstrittenen Äußerungen des Politikers Friedrich Merz. Nun schlägt der Autor eine internationale Werbekampagne vor, um diese Unvollkommenheiten – von Pflastersteinen bis zu Bushaltestellen – als einzigartige Merkmale zu präsentieren, die es zu entdecken lohnt.

Die eigene Familienreisen des Autors zur Berliner Elsenbrücke prägten seine Sichtweise. Er wählte den Ort, um Staus zu vermeiden und subtile Anzeichen städtischen Verfalls zu beobachten. Seine Tochter verbindet deutsche Städte inzwischen mit diesen erzwungenen Besuchen.

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Seine Vision geht über persönliche Erfahrungen hinaus. Er stellt sich Touristenströme in Städten wie Ludwigshafen, Leverkusen oder Eisenhüttenstadt vor – Orte, die oft als unattraktiv abgetan werden. Selbst München, normalerweise als malerisch wahrgenommen, steht auf der Liste. Der Autor verweist auf konkrete Details: doppel-T-förmige Pflastersteine, mit Werbung überzogene Bushaltestellen und Trinkbrunnen für Obdachlose. All das, so behauptet er, verleiht deutschen Städten ihren unverwechselbaren Charakter.

Die Debatte ist nicht neu. Friedrich Merz hatte einst provokant angedeutet, dass die deutsche Stadtlandschaft so unattraktiv sei, dass sie Abschiebungen begünstigen könnte. Seine Aussagen stießen auf Kritik, doch der Autor sieht darin eine Chance. Statt Schwächen zu verbergen, solle Deutschland sie als Teil seiner Identität vermarkten, argumentiert er.

Der Plan umfasst eine globale Werbekampagne. Indem diese Merkmale als faszinierende Eigenheiten umgedeutet werden, glaubt der Autor, könnten Städte Besucher anziehen, die sich für ihre rohe, ungeschönte Art interessieren. Ziel sei nicht Verschönerung, sondern die Akzeptanz des Bestehenden.

Der Vorschlag stellt lang gehegte Vorstellungen von städtischer Ästhetik in Deutschland infrage. Wird er umgesetzt, könnte er verändern, wie sich Städte der Welt präsentieren. Vorerst bleibt die Idee ein provokanter Ansatz, aus vermeintlichen Schwächen kulturelle Stärken zu machen.