Hochgeschwindigkeitsstrecke Hamburg–Hannover: Neubau gestoppt, Ausbau geplant
Dora CichoriusHochgeschwindigkeitsstrecke Hamburg–Hannover: Neubau gestoppt, Ausbau geplant
Die Pläne für eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hamburg und Hannover scheinen vorerst auf Eis gelegt zu sein. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete, dass sich Bund und Niedersachsen darauf verständigt hätten, auf einen Neubau zu verzichten und stattdessen die bestehende Strecke auszubauen. Das Bundesverkehrsministerium unter Leitung von Volker Wissing wies die Angaben jedoch später zurück.
Laut durchgesickerten Details sollen die Verbesserungen an der aktuellen Strecke über Uelzen und Lüneburg ab 2029 beginnen. Eine Entscheidung über eine neue Trassenführung wurde vertagt – was bei lokalen Politikern und Interessensverbänden gemischte Reaktionen auslöste.
Die Fahrgastvereinigung Pro Bahn bezeichnete den Schritt zunächst als "schwarzen Tag", milderte ihre Kritik jedoch später, als weitere Informationen bekannt wurden. Die Bürgerinitiative Unsynn blieb indes skeptisch und will auf eine offizielle Bestätigung warten, bevor sie die Berichte akzeptiert.
Lokale Politiker zeigten sich vorsichtig zustimmend. Der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Ludwig von Danwitz begrüßte die Verzögerung, kritisierte aber, dass zentrale Elemente des Alpha-E-Konzepts fehlen. Dr. Peter Dörsam, Sprecher des Alpha-E-Beirats, lobte hingegen die Ausbaupläne und verwies auf die frühere Forderung der Deutschen Bahn nach einer Neubaustrecke.
Landrat Jens Grote vom Heidekreis argumentierte, dass die Sanierung der bestehenden Strecke den regionalen Bedürfnissen gerecht werde. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil erklärte, der erste Schritt sei eine grundlegende Modernisierung, gefolgt von einem neuen Dialogformat, um weitere Aufwertungen zu diskutieren. Bispingens Bürgermeister Dr. Jens Bülthuis unterstützte diesen Ansatz und bestand darauf, zunächst die Ergebnisse des aktuellen Ausbaus abzuwarten, bevor neue Entscheidungen getroffen werden.
Die Ablehnung durch das Bundesministerium lässt die Zukunft des Projekts ungewiss. Sollte sich die Modernisierung der bestehenden Strecke bestätigen, würden die Arbeiten 2029 beginnen, während weitere Gespräche über einen Neubau verschoben würden. Lokale Verantwortliche und Verkehrsverbände beobachten die Entwicklungen weiterhin genau.
