04 January 2026, 08:21

„Ich muss immer mit dem Abschied rechnen“: Nigerias erster schwarzer Taxifahrer in Hannover spricht über Rassismus

Ein Buch mit einer Abbildung von Menschen und Text auf dem Cover.

„Ich muss immer mit dem Abschied rechnen“: Nigerias erster schwarzer Taxifahrer in Hannover spricht über Rassismus

Abayomi Oluyombo Bankole, Nigerias erster afrikanischer Taxifahrer in Hannover, spricht über den Rassismus, dem er in Deutschland ausgesetzt ist

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Seine Sorgen kommen zu einer Zeit, in der in der Stadt noch immer ein Denkmal für Carl Peters steht – eine Kolonialfigur, die mit Massentötungen in Verbindung gebracht wird. Bankole, der seit 33 Jahren in Deutschland lebt, hat das Gefühl, stets auf einen abrupten Abschied vorbereitet sein zu müssen.

Vor Jahrzehnten kam Bankole nach Hannover und wurde der erste schwarze Taxifahrer der Stadt. Im Laufe der Jahre setzte er sich für den kulturellen Austausch ein, organisierte Fußballspiele zwischen Polizeibeamten und afrikanischen Gemeinschaften und initiierte ein interkulturelles Weihnachtsfest, um Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammenzubringen. Für sein Engagement erhielt er 2018 das Bundesverdienstkreuz.

Trotz seiner Verdienste erlebte Bankole immer wieder Rassismus von Kollegen. Einige zeigten ihm Bananen und wiesen ihn an, in den Dschungel zurückzukehren. Aktuelle Ereignisse haben seine Verunsicherung noch verstärkt – in dem Land, das er seit langem seine Heimat nennt, fühlt er sich nicht mehr sicher. Seine Ängste stehen im Zusammenhang mit den umstrittenen Ehrungen für Carl Peters in Hannover. Ein Denkmal auf dem Bertha-von-Suttner-Platz würdigt Peters, der mit brutaler Gewalt Deutsch-Ostafrika etablierte und für unzählige Todesopfer verantwortlich war. Eine weitere Gedenkstätte auf dem Stadtfriedhof Engesohde stellt ihn noch immer als Helden dar. Zwar werden auf den Tafeln seine Verbrechen erwähnt, doch die fortwährende Anerkennung durch die Stadt empört viele – darunter auch Bankole.

Seine Geschichte verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen Deutschlands kolonialem Erbe und der heutigen Vielfalt. Denkmäler für Persönlichkeiten wie Carl Peters sind für die Betroffenen des Rassismus eine schmerzhafte Erinnerung. Bankole, der einst die Integration förderte, fühlt sich nach mehr als drei Jahrzehnten in Deutschland nun gezwungen, jederzeit mit einem plötzlichen Aufbruch rechnen zu müssen.