09 January 2026, 06:32

Julia Ruhs verlässt NDR und wechselt als streitbare Kolumnistin zu *Bild*

Eine Zeitung mit darauf gedrucktem Text.

Julia Ruhs verlässt NDR und wechselt als streitbare Kolumnistin zu *Bild*

Die Journalistin Julia Ruhs wechselt als Kolumnistin zur Bild, nachdem sie die politische Dokumentationsreihe Klar des NDR verlassen hat. Die 32-Jährige, bekannt für ihre pointiert konservativ-liberalen Positionen, wird künftig alle zwei Wochen unter dem Titel Mein Standpunkt über politische und gesellschaftliche Debatten schreiben.

Ihr Wechsel folgt auf Kritik am NDR, wo sie angab, ihre Haltung sei als "zu rechts" für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingestuft worden.

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Ruhs machte sich durch Klar – eine Sendung, die sie für ARD und Bayerischen Rundfunk moderierte – als markante Stimme in den Medien einen Namen. 2025 veröffentlichte sie zudem das Buch Links-grüne Meinungsmacht: Wie unser Land gespalten wird und unterstrich damit ihre Haltung in polarisierten Diskussionen. Die ausgebildete Journalistin und Politikwissenschaftlerin arbeitete zuvor für große Sender wie ARD und Bayerischer Rundfunk.

Der NDR hat nicht begründet, warum die Zusammenarbeit mit Ruhs endete. Allerdings gehörte der ehemalige Klar-Produzent Nikolaus Brender zu denen, die die Ausgewogenheit und den emotionalen Ton der Sendung infrage stellten. Ruhs hingegen argumentierte, dass das Ausweichen vor kontroversen Themen die Spaltung nur befördere – insbesondere zugunsten von Parteien wie der AfD. Bei Bild will sie nun Leser zurückgewinnen, die mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk unzufrieden sind, indem sie streitbare Themen direkt angeht. Bild-Chefredakteurin Marion Horn lobte Ruhs für ihren "frischen Impuls" in der politischen Debatte. Ruhs selbst bezeichnet sich als "mitte-rechts" und fühlt sich FDP und CDU verbunden, lehnt die AfD jedoch entschieden ab.

Ihre neue Kolumne Mein Standpunkt wird mindestens zweimal monatlich auf Bild.de erscheinen. Der Wechsel markiert ihren Übergang vom öffentlichen zum privaten Mediensektor, wo sie etablierte Narrative herausfordern will. Ihr Abschied vom NDR folgte einer öffentlichen Auseinandersetzung über die redaktionelle Ausrichtung – ihre künftige Rolle im Rundfunk bleibt damit ungewiss.