05 February 2026, 14:55

Junge Muslim:innen lernen in Niedersachsen, Rassismus und Antisemitismus gemeinsam zu bekämpfen

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Gruppe von Kindern, die vor einem Gebäude mit einer Wand und Fenstern posieren, mit dem Text "Aserbaidschanische Mädchenschule" unten.

Junge Muslim:innen lernen in Niedersachsen, Rassismus und Antisemitismus gemeinsam zu bekämpfen

Ein neues Bildungsprojekt in Niedersachsen hilft jungen Muslim:innen, Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus in einem strukturierten, einjährigen Programm zu begegnen. Unter der Leitung von Dua Zeitun vom Verein MUJOS e.V. bietet die Initiative Workshops an, in denen Teilnehmende diese Themen gemeinsam erarbeiten, persönliche Erfahrungen austauschen und lernen, wie sie sich für Veränderung einsetzen können.

Das Programm mit dem Titel "Wie gehen wir mit Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus um?" läuft in jährlichen Zyklen. Pro Jahr stehen vier bis fünf Module zu verschiedenen Schwerpunkten im Zeichen der Vorurteilsprävention und Stärkung der Handlungsfähigkeit. Besonders junge Menschen mit palästinensischen Wurzeln stehen im Mittelpunkt des Projekts – sie erhalten hier eine Plattform, um in einem geschützten Rahmen über Vertreibung und Identität zu sprechen.

Statt Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus als getrennte Kämpfe zu behandeln, untersuchen die Workshops ihre Überschneidungen und Unterschiede. Dieser Ansatz vermeidet eine Hierarchisierung von Leid und stellt sicher, dass alle Stimmen gehört werden. Gleichzeitig werden die Teilnehmenden darin bestärkt, fundierte, demokratische Wege zu entwickeln, um ihre Positionen zu vertreten und andere zu überzeugen.

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Die Workshops sind interaktiv gestaltet: Muslimische Expert:innen leiten die Diskussionen an, um Offenheit zu fördern und Abwehrhaltungen abzubauen. Zwar liegt der Fokus auf Antisemitismus und Rassismus, doch werden auch islamistische Einstellungen thematisiert, sobald sie im Gespräch aufkommen. Gefördert wird das Projekt vom Niedersächsischen Präventionsrat und dem Landesdemokratiezentrum im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"*.

Ziel ist es, langfristiges Engagement aufzubauen und jungen Menschen zu vermitteln, welche individuelle Macht sie haben, um Diskriminierung entgegenzutreten und ihre Gemeinschaften mitzugestalten.

Die Initiative schafft einen Raum, in dem sich junge Muslim:innen intensiv mit komplexen Themen auseinandersetzen können – begleitet von erfahrenen Fachkräften. Durch die Verbindung von Bildung und Selbstvertretung stattet das Projekt die Teilnehmenden mit Werkzeugen aus, um Vorurteilen zu begegnen und eine inklusivere Gesellschaft mitzugestalten. Die Verantwortlichen suchen kontinuierlich Feedback, um die Wirkung des Programms weiter zu verbessern.