Kaiser warnt: Ost-West-Gefälle bleibt 35 Jahre nach der Wiedervereinigung akut
Dora CichoriusOstbeauftragte sieht weiterhin 'signifikante Ost-West-Unterschiede' und will Frauen stärken - Kaiser warnt: Ost-West-Gefälle bleibt 35 Jahre nach der Wiedervereinigung akut
Elisabeth Kaiser, die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, warnt vor anhaltenden gravierenden Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland. Mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung betont sie, dass ihre Position weiterhin unverzichtbar sei, um die bestehenden Ungleichheiten zu bekämpfen.
Kaiser hat kürzlich die Initiative "Ost-Dialoge" ins Leben gerufen, um kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen wie KI-Einsatz und Fachkräftemangel zu helfen. Zudem will sie die Unterstützung für Frauennetzwerke in Regionen mit traditionell männlich geprägten Strukturen stärken.
Das Amt der Bundesbeauftragten für die neuen Bundesländer wurde nach der Wiedervereinigung geschaffen, um wirtschaftliche und soziale Unterschiede abzubauen. Obwohl die Debatte über die Notwendigkeit dieser Position zugenommen hat, hält Kaiser sie für weiterhin essenziell. Sie verweist auf anhaltende Disparitäten bei Einkommen, Vermögen, Infrastruktur und sozialen Leistungen zwischen Ost und West.
Kaiser kritisiert die Wahrnehmung, Ostdeutsche würden wie Bürger zweiter Klasse behandelt. Um diese Kluft zu überwinden, setzt sie sich dafür ein, dass ihre Anliegen in der Bundesregierung Gehör finden. Ihr Büro betont zudem die Notwendigkeit besserer Förderpolitiken für Start-ups – in enger Zusammenarbeit mit den Landesbehörden.
Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Stärkung der Frauenrepräsentanz in den ostdeutschen Regionen. Kaiser ist überzeugt, dass weibliche Perspektiven in Gebieten mit traditionell männlich dominierten Strukturen oft vernachlässigt werden. Ihre Initiativen zielen darauf ab, Frauen in Wirtschaft und Führungspositionen mehr Chancen zu eröffnen.
Das Programm "Ost-Dialoge" richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, die mit modernen Herausforderungen kämpfen – von der Einführung Künstlicher Intelligenz bis zum Fachkräftemangel. Die Initiative bietet Beratung und Ressourcen an. Kaiser sieht dies als entscheidend an, um die Wettbewerbsfähigkeit ostdeutscher Betriebe in einer sich rasant wandelnden Wirtschaft zu sichern.
Kaisers Behörde drängt weiterhin auf stärkere Bundesinvestitionen in Ostdeutschland. Sie betont, dass die Überwindung der Ost-West-Kluft gezielte Politiken und anhaltendes Engagement erfordert. Ohne diese Maßnahmen, warnt sie, werden die Unterschiede noch auf Jahre hinaus bestehen bleiben.