Kaufprämie für Elektroautos begünstigt vor allem ausländische Hersteller wie China
Dora CichoriusKaufprämie für Elektroautos begünstigt vor allem ausländische Hersteller wie China
Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland kommt ausländischen Herstellern stärker zugute als heimischen Unternehmen. Besonders chinesische Marken verzeichnen einen deutlichen Anstieg bei den Verkäufen günstiger Modelle. Das mit 3,5 Milliarden Euro dotierte Förderprogramm hat eine Debatte über seine Wirksamkeit und Gerechtigkeit ausgelöst.
Die Prämie gilt für neu zugelassene Elektrofahrzeuge seit dem 1. Januar 2026. Käufer können je nach Modell und persönlichen Voraussetzungen bis zu 6.000 Euro erhalten. Burkhard Weller, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), argumentiert jedoch, dass das Programm vor allem bereits geplante Käufe vorgezogen habe, statt einen Umstieg auf Elektroautos zu fördern.
Laut Wellers Autohäusern haben sich die Verkäufe günstiger chinesischer E-Autos im Mai mehr als verdoppelt. Diese Modelle, die in der Regel zwischen 20.000 und 30.000 Euro kosten, dominieren das durch die Förderung unterstützte Marktsegment. Deutsche Hersteller bieten in dieser Preisklasse bisher keine Fahrzeuge an – der VW ID.Polo wird erst im September erwartet.
Weller schlägt Reformen des Fördersystems vor: Er plädiert dafür, auch Gebrauchtwagen einzubeziehen, die Ladeinfrastruktur auszubauen und die Strompreise zu senken. Zudem fordert er transparente und einheitliche Preise an Ladestationen – ähnlich wie beim Mobilfunk-Roaming –, damit Fahrer unabhängig vom Standort denselben Tarif zahlen.
Bisher hat die Kaufprämie vor allem den Absatz ausländischer E-Autos, insbesondere chinesischer Modelle, gesteigert. Deutsche Hersteller sind im günstigen Preissegment noch nicht vertreten. Wellers Vorschläge zielen darauf ab, die Förderung breiter aufzustellen und die Rahmenbedingungen für Elektroauto-Nutzer zu verbessern.






