Klimaforscher Edenhofer warnt vor riskanter Abhängigkeit von fossilen Energien vor UN-Gipfel
Leila BlochKlimaforscher Edenhofer warnt vor riskanter Abhängigkeit von fossilen Energien vor UN-Gipfel
Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, warnt vor einem schweren Rückschlag im Kampf gegen die globale Erwärmung. Er kritisiert die zunehmende Abhängigkeit öl- und gasfördernder Staaten von neuen Technologien, um ihr fossiles Geschäftsmodell zu verlängern. Seine Äußerungen fallen kurz vor dem nächsten UN-Klimagipfel, auf dem er einen schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen fordert.
Edenhofer zeigte sich besorgt über die Richtung der Diskussionen beim Petersberger Klimadialog. Die Debatte über die Abscheidung und Speicherung von CO₂ bezeichnete er als „hochriskant“ und „gefährlich“. Der Wissenschaftler findet es zudem „alarmierend“, mit welcher Entschlossenheit die Golfstaaten Öl und Gas so lange wie möglich verkaufen wollen.
Er schlug vor, dass die EU und die USA auf den globalen Märkten zusammenarbeiten sollten, um zu verhindern, dass fossile Energieexporteure neue Technologien als Vorwand nutzen, um alles beim Alten zu belassen. Edenhofer regte an, die EU könnte als eine Art Nachfrage-Kartell agieren, um die Preise für fossile Brennstoffe in die Höhe zu treiben und deren Nutzung anderswo unattraktiv zu machen. Als Vorbild für diesen Ansatz nannte er das EU-Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr.
Sultan Ahmed Al Jaber, der Präsident der anstehenden COP28-Klimakonferenz, hat zwar zugesagt, die Emissionen zu reduzieren, unterstützt aber nicht länger ein vollständiges Ende der Nutzung fossiler Brennstoffe. Diese Positionsänderung steht im Kontrast zu Edenhofers Forderungen nach entschlossenerem Handeln.
Edenhofer betont, dass die EU ihre Marktmacht nutzen muss, um den Ausstieg aus fossilen Energien voranzutreiben. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die Strategien der Öl- und Gasproduzenten zu kontern und den Klimaschutz zu stärken. Der nächste UN-Klimagipfel wird ein entscheidender Moment für diese Debatten sein.






