24 May 2026, 20:21

Kretschmer bricht mit Merz: Höhere Steuern für Reiche vor Landtagswahlen

Kretschmer zeigt sich aufgeschlossen für höhere Steuern

Kretschmer bricht mit Merz: Höhere Steuern für Reiche vor Landtagswahlen

Die Verhandlungen zwischen CDU und SPD über Steuer- und Rentendreformen haben vor den entscheidenden Landtagswahlen an Fahrt aufgenommen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich überraschend offen für höhere Erbschaftssteuern und Spitzensteuersätze gezeigt – und sich damit deutlich von Bundeskanzler Friedrich Merz abgesetzt, der solche Maßnahmen strikt ablehnt. Gleichzeitig drängt Finanzminister Lars Klingbeil darauf, die Steuerlast für Gering- und Mittelverdiener zu senken, indem stattdessen Vermögendere stärker herangezogen werden.

Kretschmer betonte die Notwendigkeit einer „umfassenden Strategie“, um Deutschlands wirtschaftliche Zukunft in den kommenden zehn Jahren zu sichern. Statt punktueller Entscheidungen zu Steuern und Ausgaben brauche es einen klaren, geschlossenen Plan für die Wähler, so der CDU-Politiker. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der beide Parteien erwägen, die Rentenvorhaben sowie Reformen im Gesundheitswesen bis nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zurückzustellen.

Der CDU-Vorsitzende lehnte pauschale Kürzungen bei Subventionen als Finanzierungsmodell für Steuersenkungen ab und nannte dies „keine kluge Politik“. Besonders die geplante Gesundheitsreform kritisierte er als schlecht durchdacht und mahnte mehr Abstimmung an. Kretschmers Haltung steht damit im scharfen Kontrast zu Merz, der höhere Abgaben für Topverdiener kategorisch ausschließt.

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In der Rentenfrage soll die Regierungskommission demnächst mehrere Optionen vorlegen – darunter eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Klingbeil hingegen macht deutlich, wo für ihn die Priorität liegt: die Steuerlast von normalen Arbeitnehmern zu reduzieren, indem die Beiträge der Wohlhabendsten steigen.

Kretschmer rahmte die Debatte als Frage der Gerechtigkeit ein: „Wer breitere Schultern hat, muss auch mehr tragen als diejenigen mit schwächeren.“ Seine Bereitschaft, über höhere Erbschafts- und Spitzensteuern nachzudenken, offenbart seltene Spannungen innerhalb der CDU-Führung.

Die Diskussionen zeigen, wie tief die Gräben bei der Frage sind, wie Steuerentlastungen mit Haushaltsverantwortung in Einklang zu bringen sind. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen stehen beide Parteien unter Druck, ein tragfähiges Konzept vorzulegen. Das Ergebnis wird Deutschlands Kurs in Sachen Rente, Gesundheit und Steuern auf Jahre prägen.

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