Leipzigs neues Solarwärmekraftwerk versorgt Tausende Haushalte mit Ökowärme
Sylvio ThiesLeipzigs neues Solarwärmekraftwerk versorgt Tausende Haushalte mit Ökowärme
Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk nimmt in Leipzig den Betrieb auf
Dirk Panter, Wirtschaftsminister Sachsens, hat die Anlage offiziell ans Netz angeschlossen. Sie wird Haushalte in der Region mit Warmwasser und Heizenergie versorgen und bis zu ein Fünftel des Leipziger Sommerbedarfs decken.
Das Kraftwerk erstreckt sich über 14 Hektar und erreicht eine Spitzenleistung von 41 Megawatt. Der Bau dauerte eineinhalb Jahre, die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 40 Millionen Euro – davon 16 Millionen Euro an Bundes- und weiteren Fördermitteln. Die 13.200 Vakuumröhrenkollektoren des Herstellers Ritter nutzen eine moderne Steuerungstechnik, die sich automatisch den Sonneneinstrahlungsbedingungen anpasst.
Solarthermieanlagen wie diese sind oft wirtschaftlicher als fossile Alternativen für die industrielle Wärmeerzeugung. Studien des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE bestätigen dies. Vergleichbare Anlagen sind bereits in Dresden-Räcknitz, Potsdam, Mühlhausen und Greifswald in Betrieb und speisen Wärme in die lokalen Netze ein.
Leipzigs Wärmewende geht jedoch noch weiter: Geplant sind unter anderem eine „Power-to-Heat“-Anlage sowie die Einspeisung von Abwärme aus dem Chemiestandort Leuna in das städtische Netz. Solarthermie ist besonders effizient – sie wandelt über 50 Prozent des Sonnenlichts in nutzbare Energie um, dreimal mehr als Photovoltaik. 2022 wurden in Deutschland knapp 500 Megawatt neue Solarwärmeleistung installiert, deutlich weniger als die 16.900 Megawatt neu gebauter Solarstromkapazität im selben Jahr.
Die Leipziger Anlage liefert nun erneuerbare Wärme ins städtische Netz. Ihre Inbetriebnahme markiert einen wichtigen Schritt in Sachsens Energiewende. Das Projekt unterstreicht die wachsende Bedeutung der Solarthermie für die deutsche Wärmeversorgung.






