Lissabons CSD 2026: Tausende kämpfen für LGBTI+-Rechte gegen politische Rückschläge
Francesco HeinrichLissabons CSD 2026: Tausende kämpfen für LGBTI+-Rechte gegen politische Rückschläge
Lissabon veranstaltete am Samstag seinen 27. CSD unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir sind da und wir wehren uns“
Tausende zogen durch die Straßen der portugiesischen Hauptstadt, um bei der LGBTI+-Pride-Parade für Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und gegen Diskriminierung zu demonstrieren. Die Veranstaltung vereinte 17 Initiativen und Organisationen, die sich für LGBTI+-Rechte, Feminismus und Antirassismus einsetzen. Angesichts der sich wandelnden politischen Landschaft in Portugal warnten Teilnehmer:innen vor wachsenden Angriffen auf hart erkämpfte Rechte.
Der Demonstrationszug startete um 17 Uhr am Praça Marquês de Pombal. Die Organisator:innen rechneten mit einer noch höheren Beteiligung als in den Rekordjahren 2024 und 2025, als jeweils über 50.000 Menschen teilnahmen. Familien, Verbündete und Aktivist:innen zeigten sich solidarisch und entschlossen, ihre Rechte zu verteidigen.
Recht auf Selbstbestimmung in Gefahr Das 2018 verabschiedete Gesetz 38, das das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung schützt, könnte nun gekippt werden. Helder Bértolo, einer der Organisator:innen, betonte, dass viele Teilnehmer:innen das Gefühl hätten, ihre Rechte stünden direkt auf dem Spiel. Die Abgeordnete Joana Mortágua vom Linksblock (Bloco de Esquerda) sprach von einem „schmerzhaften Rückschritt“ für die Gleichstellung.
Auch Paulo Muacho, Politiker der Partei Livre, warnte vor den Folgen einer zunehmenden Radikalisierung der Rechten, die gezielt LGBTQIA+-Rechte angreife. Das Pride-Organisationskomitee unterstrich diese Botschaft und machte deutlich: Die neue politische Lage bedrohe queere Menschen und ihre Familien.
Feier und Protest zugleich Der CSD 2026 war sowohl ein Fest der Identität als auch ein deutliches Zeichen des Widerstands gegen wachsende Feindseligkeit. Mit einer erwarteten Rekordbeteiligung machten Organisator:innen und Teilnehmer:innen klar: Sie werden sich jeder Aushöhlung ihrer Rechte entgegensetzen. Das Motto „Wir sind da und wir wehren uns“ stand für eine Gemeinschaft, die nicht zurückweichen will.






