17 March 2026, 00:20

Machtkampf im Autogewerbe: ZDK und ZVK steuern auf endgültige Trennung zu

Altes deutsches Aktienzertifikat mit blauem Rand, das den Text 'Schweiz Wagons-Fabrik A.G.' trägt

Machtkampf im Autogewerbe: ZDK und ZVK steuern auf endgültige Trennung zu

Ein erbitterter Streit zwischen dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und dem Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeug-Handwerks (ZVK) ist in eine vollständige institutionelle Spaltung eskaliert. Der ZDK wirft dem ZVK vor, gezielt Bedingungen geschaffen zu haben, um die Trennung zu erzwingen. Nach monatelangen juristischen und finanziellen Auseinandersetzungen hat die Konfliktsituation nun einen kritischen Punkt erreicht.

Im Mittelpunkt des Streits stehen umfassende Satzungsreformen, die im Januar 2024 verabschiedet wurden und eine striktere Trennung der beiden Verbände vorsehen. Ziel ist es, den langjährigen Einfluss des ZVK auf die Governance-Strukturen zurückzudrängen.

Die Reformen stellen einen radikalen Bruch mit bisherigen Gepflogenheiten dar. Bisher verfügte der ZVK über drei garantierte Sitze sowie ein Vizepräsidium in der ZDK-Führung. Nach den neuen Regeln soll künftig nur noch ein Mitglied aus den Reihen des Handwerks kommen – was die bisherige gesicherte Vertretung des ZVK aufhebt. Der ZDK betont, dass diese Änderungen auf mehr Transparenz und eine bessere Anpassung an die Branchenrealität abzielen.

Der Zeitpunkt der Umstrukturierung ist kein Zufall. Im Oktober 2025 forderte der ZVK 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge ein, woraufhin der ZDK rechtliche Schritte einleitete und sein Gebührensystem neu ordnete. Zwar hat der Streit um die Fahrzeugprüfgebühren mittlerweile viel von seiner juristischen Brisanz verloren, doch die finanziellen Spannungen vertieften die Gräben zwischen den Verbänden.

Um zu verhindern, dass Werkstätten ohne Unterstützung dastehen, führt der ZDK direkte Mitgliedschaftsmodelle über seine Bonner Zentrale ein. Zudem plant er, in betroffenen Regionen verstärkt Aufklärungsarbeit zu leisten und über Gründe sowie mögliche Folgen eines Austritts zu informieren. Der ZDK betont, dass Entscheidungen weiterhin in der Mitgliederversammlung getroffen werden, sodass etablierte Branchenvertreter weiterhin Aufstiegschancen haben.

Seit den Reformen im Januar gab es keine Änderungen in der Kommunikationsstruktur des ZDK mit den Mitgliedsbetrieben. Der Verband zieht keine Vergleiche zur früheren Rolle des ZVK in den Führungsgremien, sondern konzentriert sich auf die Umsetzung der neuen Trennung.

Die Reformen des ZDK haben den jahrzehntelangen Einfluss des ZVK in der Verbandsführung effektiv zerschlagen. Mit laufenden Rechtsstreitigkeiten und umgestellten Mitgliedsbeiträgen steuern die beiden Organisationen nun auf einen unausweichlichen Konflikt zu. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob sich die Werkstätten dem neuen ZDK-Modell anschließen – oder ob sie durch den Rückzug von Landesverbänden in organisatorische Unsicherheit geraten.

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