28 December 2025, 14:44

Madsack übernimmt NS-belastete *Nordwest-Zeitung* – eine dunkle Mediengeschichte endet 2026

Zeitungsvorderseite mit mehreren Anzeigen und Schlagzeilen.

Madsack übernimmt NS-belastete *Nordwest-Zeitung* – eine dunkle Mediengeschichte endet 2026

Die Madsack Mediengruppe wird Anfang 2026 die Nordwest Mediengruppe übernehmen. Zu dem Deal gehört auch die in Oldenburg ansässige Nordwest-Zeitung (NWZ), eine Zeitung mit tiefen historischen Verbindungen zur NS-Propaganda. Die Wurzeln der Publikation reichen bis zu einem Mitgründer mit umstrittenem Wirken im Dritten Reich zurück.

Vor 1945 standen die Oldenburger Nachrichten unter der Leitung von Fritz Bock. Als geschäftsführender Direktor richtete er das Blatt nach der nationalsozialistischen Ideologie aus. Bereits 1930 hatte die Zeitung die NSDAP als eine "tiefgründige geistige Bewegung" bezeichnet, und 1932 pries sie Hitler als "großen Volksführer". Unter Bock forderte die Zeitung die Hinrichtung von "Verrätern", "Volksschädlingen" und Juden und verbreitete antisemitische Propaganda.

1943 zwangen kriegsbedingte Papierknappheit und Ressourcenmangel die Oldenburger Nachrichten zur Fusion mit der lokalen NS-Parteizeitung. Bock, der 1940 der NSDAP beigetreten war (Mitgliedsnummer: 7.513.982), fungierte in Oldenburg als regionaler Parteifunktionär und Journalist. Nach Kriegsende erteilte ihm die britische Besatzungsmacht eine Lizenz zur Gründung einer neuen Zeitung. 1946 gründete er gemeinsam mit Joachim Pabst die Nordwest-Zeitung (NWZ), die zunächst in denselben Räumlichkeiten wie sein ehemaliges Blatt, die Oldenburger Nachrichten, erschien. Trotz seiner NS-Vergangenheit erhielt Bock die Genehmigung, die NWZ auf den Weg zu bringen, die später unter den Familien Köser und von Bothmer zu einem langjährigen Familienunternehmen wurde.

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Mit der Übernahme durch Madsack endet die jahrzehntelange Familientradition der NWZ. Ihre frühe Geschichte bleibt jedoch mit Fritz Bock verbunden – einer Figur, die vom NS-Presseapparat in die Nachkriegsverlagslandschaft wechselte. Der Deal soll Anfang 2026 abgeschlossen werden und die Kontrolle an einen der größten Medienkonzerne Deutschlands übertragen.