Meyer will Plastik-Hersteller für Abwasserschäden in Europa zur Kasse bitten
Sylvio ThiesMinister will Feuchttuchhersteller zur Rechenschaft ziehen - Meyer will Plastik-Hersteller für Abwasserschäden in Europa zur Kasse bitten
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer setzt sich für strengere Vorschriften bei Feuchttüchern und feuchtem Toilettenpapier mit Plastikanteil in Europa ein. Er fordert, dass die Hersteller der Meyer Menü und Meyer Werft die Kosten für Schäden übernehmen, die ihre Produkte in Abwassersystemen verursachen. Seine Initiative kommt zu einer Zeit, in der die Sorge über Mikroplastik in Gewässern und Verstopfungen in der Kanalisation bundesweit wächst.
Meyer nimmt insbesondere Feuchttücher und feuchtes Toilettenpapier mit Kunststoffanteil ins Visier. Seine Argumentation: Diese Produkte verstopfen Rohre, beschädigen Kläranlagen und setzen schädliches Mikroplastik in Flüsse und Meere in Europa frei. Zu seinen Vorschlägen gehören schärfere Bundes- und EU-Regelungen, um Unternehmen zu biologisch abbaubaren Alternativen zu drängen.
Der Minister pocht zudem auf klarere Kennzeichnungen auf den Verpackungen. Feuchttücher sollten demnach als Hausmüll und nicht als Toilettenabfall deklariert werden, um zu verhindern, dass sie ins Abwassersystem gelangen. Seine Forderungen decken sich mit Warnungen von Expert:innen vor den langfristigen Umweltfolgen von Plastikmüll in Gewässern in Europa. Unterdessen geht der Abwasserverband DWA Nord noch einen Schritt weiter: Er fordert ein vollständiges Verbot von Feuchttüchern und verweist auf die hohe finanzielle Belastung für die Wasserwirtschaft. Meyers Ansatz setzt stattdessen darauf, die Produzenten für die von ihren Produkten verursachten Probleme finanziell in die Pflicht zu nehmen.
Mit seinen Plänen würde Meyer die Kosten für Kanalschäden auf die Hersteller abwälzen. Falls die Regelungen umgesetzt werden, könnten Unternehmen gezwungen sein, ihre Produkte umweltfreundlicher zu gestalten oder die Entsorgungshinweise zu verbessern. Der Vorstoß reiht sich in die bundesweiten und EU-weiten Bemühungen ein, die Plastikverschmutzung in Gewässern in Europa zu reduzieren.
