17 March 2026, 02:16

Müllers AfD-Koalitionsvorschlag spaltet Baden-Württembergs CDU nach der Wahlkrise

Deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa.

Müller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - Müllers AfD-Koalitionsvorschlag spaltet Baden-Württembergs CDU nach der Wahlkrise

Theo Müller, Gründer der Molkerei Müller und CSU-Mitglied, hat mit dem Vorschlag einer Koalition zwischen CDU und der rechtspopulistischen AfD in Baden-Württemberg eine Debatte ausgelöst. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Land nach der Landtagswahl im März 2026 in einer politischen Pattsituation feststeckt: Sowohl die Grünen als auch die CDU errangen jeweils 56 Sitze. Die CDU hat eine Zusammenarbeit mit der AfD bereits kategorisch ausgeschlossen – Verhandlungen befinden sich damit in einer Sackgasse.

Die Landtagswahl 2026 hat die politische Landschaft Baden-Württembergs grundlegend verändert. Die Grünen konnten sich mit 30,2 Prozent der Stimmen knapp an der Spitze halten – ein Rückgang gegenüber den 34 Prozent von 2021. Die CDU folgte dichtauf mit 29,7 Prozent. Die AfD landete mit 18,8 Prozent auf Platz drei und zog mit 35 Sitzen ins Parlament ein, bleibt jedoch isoliert, da alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit ablehnen. Die SPD übersprang knapp die Fünf-Prozent-Hürde und sicherte sich nur 10 Sitze, während FDP und Die Linke den Einzug ins Parlament verpassten.

Theo Müller, bekannter Unternehmer und CSU-Mitglied, brach mit der Parteilinie, indem er ein Bündnis von CDU und AfD ins Spiel brachte. Er lobte den AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier und bezeichnete dessen Politik als "vernünftig", während er die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel als "eine Freundin" beschrieb. Gleichzeitig kritisierte Müller den Grünen-Politiker Cem Özdemir und warnte die CDU davor, in der Regierung nur eine zweitrangige Rolle einzunehmen. Özdemir wies jedoch die Idee einer gemeinsamen Regierungsführung der beiden stärksten Parteien zurück.

Die CDU hält an ihrer klaren Haltung fest: Es gibt keine Zusammenarbeit mit der AfD. Angesichts des Rücktrittsangebots von CDU-Landeschef Manuel Hagel ist die weitere Ausrichtung der Partei ungewiss. Die einzige realistische Mehrheitsoption scheint die Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition zu sein – trotz der Spannungen bei der Frage der Führung und der politischen Ausrichtung.

Baden-Württemberg steht nun vor einer Phase der politischen Unsicherheit. Entweder müssen die Grünen und die CDU ihre schwierige Partnerschaft erneuern oder das Risiko einer längeren Instabilität eingehen. Müllers Vorstoß hat den Druck erhöht, doch die Ablehnung der AfD durch die CDU lässt nur wenige Alternativen für eine stabile Regierungsbildung.

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