Münchner Kneipe verlangt 25 Euro für Erbrochenes – ist das gerecht?
Münchner Kneipe führt neue Regel gegen Vandalismus ein: Wer sich übergibt, zahlt 25 Euro Reinigungsgebühr
Eine Münchner Kneipe hat eine umstrittene Maßnahme gegen rücksichtsloses Verhalten eingeführt: Gäste, die sich im Inneren übergeben, müssen künftig eine Reinigungspauschale von 25 Euro zahlen. Die Neuerung sorgt online für Diskussionen – während einige die Regel begrüßen, zweifeln andere an ihrer Fairness.
Die Gebühr ist Teil eines größeren Trends: Mehrere Städte verhängen bereits ähnliche Strafen in stark frequentierten Lokalen. Bis März 2026 hatten rund 15 Münchner Kneipen Gebühren zwischen 50 und 100 Euro für solche Vorfälle eingeführt.
Ein Schild in der Gaststätte begründet die Abgabe mit "Respekt vor unserem Reinigungspersonal". Doch in sozialen Medien melden Nutzer Zweifel an, ob das Geld tatsächlich bei den Mitarbeitern ankommt. Manche scherzten gar, der Koch könnte für etwaige Übelkeit verantwortlich gemacht werden.
Die Meinungen zur Regelung gehen auseinander. Einige Nutzer auf X (ehemals Twitter) halten 25 Euro für zu niedrig und fordern stattdessen mindestens 100 Euro. Andere lehnen die Praxis grundsätzlich ab und nennen sie ungerecht gegenüber Gästen.
Das Konzept ist nicht neu: Schon seit den 2010er-Jahren erheben britische Pubs Reinigungsgebühren, und auch australische Nachtclubs sowie deutsche Städte wie Berlin und Hamburg setzen ähnliche Regeln durch. Die Debatte flammt nun kurz vor dem Oktoberfest auf, dem größten Volksfest der Welt, zu dem jährlich Millionen Bierliebhaber strömen.
Bis Anfang 2026 hatten mindestens 15 Münchner Kneipen offizielle "Übergebühr"-Regelungen eingeführt. Die Maßnahme spiegelt wachsende Bemühungen wider, ruppiges Verhalten in stark besuchten Lokalen einzudämmen.
Ziel der 25-Euro-Gebühr ist es, Vandalenakte zu verhindern und das Reinigungspersonal zu entlasten. Vergleichbare Abgaben gibt es bereits in ganz Europa und darüber hinaus. Mit dem nahenden Oktoberfest dürfte die Diskussion über solche Maßnahmen weiter an Fahrt aufnehmen.