Mutter in Untersuchungshaft: Fünf Monate Gefängnis wegen Sorgerechtsstreits
Dora CichoriusMutter in Untersuchungshaft: Fünf Monate Gefängnis wegen Sorgerechtsstreits
Mutter muss fünf Monate ins Gefängnis
Eine Mutter, die sich weigerte, ihre Tochter an den Vater herauszugeben, wurde wegen Fernbleibens von einer Gerichtsverhandlung inhaftiert. Sie wird nun bis April in Untersuchungshaft bleiben.
- November 2025, 08:36 Uhr
Schlagwörter: Familienkonflikte, Politik, Allgemeine Nachrichten, Kriminalität und Justiz
Eine 38-jährige Mutter aus Hannover wurde Anfang November 2025 nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen um das Sorgerecht festgenommen. Sie war mit ihrer Tochter untergetaucht, um die Herausgabe an den Vater zu verhindern, dem 2022 das alleinige Sorgerecht zugesprochen worden war. Der Fall nahm seitdem mehrere juristische Wendungen, darunter eine psychiatrische Unterbringung und eine umstrittene Haftstrafe wegen Missachtung des Gerichts.
Der Streit begann im Februar 2022, als der Mutter das Sorgerecht für ihre beiden Töchter entzogen und dem Vater übertragen wurde. Ein Gericht ordnete an, dass sie ihre damals 13-jährige Tochter aktiv an ihn übergeben müsse, doch sie verweigerte dies und verschwand mit dem Kind. Im September 2023 wurde ein Haftbefehl nach § 230 der Strafprozessordnung erlassen, nachdem sie einer Verhandlung fernblieb.
Die Anwält:innen der Mutter argumentieren weiterhin, dass ihre Festnahme und Inhaftierung unverhältnismäßig seien. Der Fall wirft Fragen zur Durchsetzung von Sorgerechtsentscheidungen und den Bedingungen von Ordnungshaft auf. In einer anstehenden Verhandlung soll geklärt werden, ob sie ihre Töchter unter Aufsicht wiedersehen darf.
