MVZ in Braunschweig kämpft nach Insolvenz um Neuausrichtung und Personal
Francesco HeinrichMVZ in Braunschweig kämpft nach Insolvenz um Neuausrichtung und Personal
Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) der Herzogin-Elisabeth-Hospital-Stiftung in Braunschweig steht vor tiefgreifenden Veränderungen nach Insolvenzantrag
Nach der Einleitung von Insolvenzverfahren Anfang September durchläuft das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) der Herzogin-Elisabeth-Hospital-Stiftung in Braunschweig umfassende Umstrukturierungen. Zwar wurde im Oktober ein Sanierungsplan auf den Weg gebracht, doch der Abgang wichtiger Mitarbeiter erschwert die langfristige Fortführung. Während einige Abteilungen geschlossen werden, sollen andere unter neuen Rahmenbedingungen weitergeführt werden.
Die Insolvenzverfahren für das MVZ wurden im September eingeleitet, woraufhin Geschäftsführerin Bianca Wessels im Folgemonat mit den Urlaubsplanungen begann. Die vorläufige Insolvenzverwalterin Karina Schwarz arbeitete bis zum 30. November 2025 eng mit der Geschäftsführung zusammen, um mögliche Optionen zu prüfen.
Die allgemeinmedizinische Versorgung endet zum 1. Januar, da die beiden in diesem Bereich tätigen Ärztinnen in nahegelegene Praxen gewechselt sind. Die Abbindungsurlaubs- und chirurgischen Abteilungen werden hingegen ab demselben Datum reibungslos in eine neue Rechtsträgerschaft an einem anderen Standort überführt. Die Rheumatologie bleibt vorerst in Betrieb, wobei Verhandlungen mit potenziellen Käufern laufen. Die Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) dauert derweil an. Trotz dieser Bemühungen gestaltet sich eine vollständige Neuausrichtung über den 1. Januar 2026 hinaus schwierig – nicht zuletzt wegen personeller Austritte. Aktuell beschäftigt das MVZ sieben Ärztinnen und Ärzte sowie 25 Verwaltungsmitarbeiter in ihren verschiedenen Bereichen. Sämtliche verbleibenden Leistungen werden bis zum 31. Dezember 2025 unter der bestehenden Struktur aufrechterhalten.
Das MVZ wird seinen Betrieb bis Ende 2025 aufrechterhalten, wobei die Allgemeinmedizin ab Januar nicht mehr angeboten wird. Abbindungsurlaubs und Chirurgie ziehen an einen neuen Standort um, während die Zukunft der Rheumatologie von den laufenden Kaufverhandlungen abhängt. Der Sanierungsprozess bleibt aufgrund von Personalengpässen und finanziellen Zwängen unsicher.
