Nach 400 Jahren schließt Angermündes letzte historische Apotheke für immer
Sylvio ThiesNach 400 Jahren schließt Angermündes letzte historische Apotheke für immer
Historische Apotheke in Angermünde schließt nach über 400 Jahren
Die traditionsreiche Alte Apotheke in Angermünde hat nach mehr als vier Jahrhunderten ihre Pforten geschlossen. Christian Toll, der die Apotheke seit 2014 geleitet hatte, begründete die Schließung mit Personalmangel. Das Gebäude, einst als Adler-Apotheke bekannt, beherbergte seit den 1600er-Jahren eine Apotheke.
Der Entschluss fiel, nachdem die Filialleiterin gekündigt hatte und Toll vergeblich nach einer Nachfolge suchte. Trotz seiner Wertschätzung für die historischen Räumlichkeiten konnte er den Betrieb ohne qualifiziertes Team nicht aufrechterhalten. Die Bevölkerung reagierte mit Dankbarkeit und würdigte Tolls jahrelanges Engagement.
Toll behielt 12 Mitarbeiter in seiner Hauptapotheke, darunter vier aus der Alten Apotheke. Der Mietvertrag für das historische Gebäude läuft nun aus, und Unternehmen aus anderen Branchen zeigen bereits Interesse an den Räumen. Mit 60 Jahren denkt Toll zwar nicht ans Aufhören, räumt aber ein, dass der Beruf für ihn an Reiz verloren hat.
Die Schließung spiegelt die branchenweiten Herausforderungen wider: Steigende Kosten, schrumpfende Gewinnmargen und unsichere Arbeitsbedingungen für junge Apotheker erschweren die Nachfolgesuche. Bis Ende 2025 gab es in Brandenburg noch 523 Apotheken – ein langsamerer Rückgang als in den Vorjahren.
Das Ende der Alten Apotheke markiert das Aus einer langen Tradition in Angermünde. Tolls Schwierigkeiten verdeutlichen den Druck, unter dem unabhängige Apotheken in der Region stehen. Ohne ausreichend Nachwuchs könnten weitere historische Standorte ein ähnliches Schicksal ereilen.






