Neue Bühne Senftenberg trennt sich überraschend von Intendant Daniel Ris
Leila BlochNeue Bühne Senftenberg trennt sich überraschend von Intendant Daniel Ris
Neue Bühne Senftenberg verlängert Vertrag von Intendant Daniel Ris nicht – trotz Erfolgen
Die Neue Bühne Senftenberg wird den Vertrag von Daniel Ris als Intendant nicht verlängern, obwohl er das Theater profiliert und erfolgreicher gemacht hat. Seine fünfjährige Amtszeit endet zwar erst im nächsten Jahr, doch die städtischen und kreiseigenen Träger planen bereits jetzt, die Stelle neu auszuschreiben. Die Entscheidung sorgt für Diskussionen – einige bringen sie mit Ris' klarer Haltung gegen rechtsextreme Politik in Verbindung.
Unter seiner Leitung stiegen die Zuschauerzahlen, und das Theater wagte mutige Inszenierungen, darunter die jüngste Saisoneröffnung, die die Sportkultur der DDR-Zeit persiflierte. Dennoch scheint sein Abschied besiegelt – und wirft Fragen nach der künftigen Ausrichtung des Hauses auf.
Vor fünf Jahren übernahm Daniel Ris die Intendanz der Neuen Bühne Senftenberg. Seitdem steigerte er die Eigenmittel des Theaters und zog ein größeres Publikum an. Sein innovativer Ansatz umfasste auch spektakuläre Saisoneröffnungen an historischen Orten wie der Niederlausitz-Halle. Die jüngste Produktion dort verband beißende Satire über die Sporterziehung in der DDR mit einer lebhaften Debatte über das Erbe dieser Epoche.
Theaterkenner bescheinigen Ris, dem Haus wieder zu regionaler Strahlkraft verholfen zu haben – ähnlich wie in dessen DDR-Blütezeit. Doch eine Vertragsverlängerung wird es nicht geben. Offiziell wurde keine Begründung genannt, doch es gibt Spekulationen: Seine deutliche Ablehnung rechtsextremer Ideologien könnte eine Rolle spielen – in einer Region, in der die AfD stark ist. Andere vermuten strukturelle Gründe, zumal Senftenbergs Oberbürgermeister andeutete, die künstlerische und die kaufmännische Leitung künftig zu trennen.
Ris selbst zeigt sich frustriert, bleibt aber auf seine letzte Spielzeit konzentriert. Gleichzeitig sondiert er neue berufliche Möglichkeiten und nimmt an Bewerbungsgesprächen anderswo teil. Währenddessen bereiten die Träger die Neuausschreibung der Stelle vor – ein mögliches Zeichen für einen Führungswechsel mit anderer Handschrift.
Die Entscheidung stellt die Neue Bühne Senftenberg vor einen Wendepunkt. Ris' Ära brachte künstlerischen Aufschwung und wirtschaftliche Verbesserungen, doch sein Abgang wirft Fragen auf: Wird das Theater seinen bisherigen Kurs halten – oder einschneidende Veränderungen erleben? Die Suche nach einem Nachfolger wird zeigen, ob der eingeleitete Aufwind anhält oder eine neue Richtung eingeschlagen wird.