09 March 2026, 22:21

Neues Filmfördergesetz: Deutschland will mit strengen Investitionsregeln die Branche stärken

Eine Frau mit Hut und ein Mann im Anzug sind auf einem Plakat für den Berliner Leben-Film zu sehen, mit Text, einem Stempel, einigen Menschen und einem Gebäude im Hintergrund.

Neues Filmfördergesetz: Deutschland will mit strengen Investitionsregeln die Branche stärken

Die deutsche Koalitionsregierung hat sich auf die Weiterverfolgung eines neuen Gesetzesentwurfs zu Investitionsverpflichtungen für die Filmbranche verständigt. Das geplante Gesetz soll die heimische Produktion stärken, doch bleiben Bedenken zu zentralen Punkten wie der Rechteverteilung und den Durchsetzungsregeln bestehen. Sven Lehmann, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien, hat sich zu dem Kompromiss geäußert und betont, dass verbindlichere Zusagen notwendig seien.

Derzeit fließen in Deutschland rund 20 Prozent der Branchenumsätze zurück in die Filmproduktion – deutlich weniger als in Frankreich, wo die Quote bei 25 bis 30 Prozent liegt. Diese Differenz führt zu einer stärkeren heimischen Filmproduktion in Frankreich mit über 300 jährlich produzierten Filmen und einer höheren Eigenfinanzierung. Deutschland hingegen bringt es auf etwa 200 Filme pro Jahr und ist stärker auf Koproduktionen angewiesen.

Lehmann argumentiert, dass das neue Gesetz echte Wachstumsimpulse für den deutschen Filmsektor setzen müsse. Er warnt, dass eine Investitionsquote von acht Prozent, wie vorgeschlagen, die Wirkung des Gesetzes abschwächen könnte. Stattdessen fordert er verbindliche Regelungen und klare Kontrollmechanismen, um sicherzustellen, dass Streamingdienste und Studios ihren Verpflichtungen nachkommen.

Die Koalition hat frühere Pläne für freiwillige Vereinbarungen mit Streamingplattformen verworfen – eine Strategie, die zuvor von Wolfram Weimer unterstützt worden war. Lehmann besteht darauf, dass das Gesetz kein symbolischer Akt bleiben dürfe, sondern konkrete Investitionen vorantreiben müsse. Zudem unterstreicht er die Notwendigkeit zügiger gesetzgeberischer Schritte, um der Branche langfristige Planungssicherheit zu geben.

Kritiker monieren vor allem die Opt-out-Klausel und die Regelungen zur Rechteverteilung im Entwurf. Lehmann betont, dass das Gesetz ohne strenge Quoten und Compliance-Vorgaben seine Ziele verfehlen könnte.

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Die nächsten Schritte der Koalition werden zeigen, ob die Reform die deutsche Filmindustrie tatsächlich stärkt. Ein finalisiertes Gesetz mit klaren Investitionsvorgaben und Durchsetzungsmechanismen könnte helfen, den Rückstand zu Ländern wie Frankreich aufzuhalten. Nun muss das Verfahren zügig vorankommen, um Produzenten und Studios die nötige Planungssicherheit zu bieten.

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