Niedersachsen 2025: Weniger Kriminalität, aber Rekord bei Messerangriffen trotz Cannabis-Entkriminalisierung
Sylvio ThiesWeniger Straftaten, aber mehr Messerangriffe - Niedersachsen 2025: Weniger Kriminalität, aber Rekord bei Messerangriffen trotz Cannabis-Entkriminalisierung
Kriminalität in Niedersachsen geht 2025 zurück – Messerangriffe erreichen jedoch Rekordhoch
Die Kriminalität in Niedersachsen ist im Jahr 2025 gesunken: Die Gesamtzahl der Straftaten verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,28 Prozent. Trotz dieses Rückgangs erreichten Messerangriffe mit 3.185 Fällen einen neuen Höchststand – ein Anstieg um 4,26 Prozent. Als Reaktion darauf kündigte die Landesregierung nun schärfere Maßnahmen an, darunter ein Waffenverbot in öffentlichen Verkehrsbereichen.
Insgesamt registrierte das Land 506.634 Straftaten (2024: 529.264). Ein wesentlicher Grund für den Rückgang war die Entkriminalisierung von Cannabis, wodurch 5.572 weniger Delikte erfasst wurden. Innenministerin Daniela Behrens warnte jedoch, dass der Rückgang bei cannabisbezogenen Straftaten über anhaltende Herausforderungen hinwegtäusche: Die Nachfrage übersteige nach wie vor das legale Angebot.
Die Zahl der Messerangriffe stieg unterdessen von 3.055 auf 3.185 – ein Plus von 130 Fällen. Die meisten Vorfälle (1.739) betrafen Bedrohungen, während schwere oder gefährliche Körperverletzungen mit Messern um 112 auf 766 Fälle zurückgingen. Von den ermittelten Tatverdächtigen waren 87 männlich.
Als Konsequenz wird das Innenministerium ein landesweites Waffenverbot in allen öffentlichen Verkehrsmitteln durchsetzen. Betroffen sind Busse, Züge, Fähren, Bahnhofsgebäude, Bahnsteige und Unterführungen. Bisher waren Waffen- und Messerverbotszonen nach § 42 WaffG nur begrenzt ausgewiesen, nun werden sie ausgeweitet. Behrens zeigte sich zuversichtlich, dass Niedersachsen in künftigen bundesweiten Vergleichen zu den sichersten Regionen Deutschlands zählen werde.
Das neue Waffenverbot im öffentlichen Verkehr soll die steigenden Messerangriffe eindämmen – trotz des allgemeinen Kriminalitätsrückgangs. Mit strengeren Kontrollen und erweiterten Beschränkungen hoffen die Behörden, die Gewaltkriminalität zu reduzieren. Die Maßnahmen folgen auf ein Jahr, in dem Niedersachsen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen in der öffentlichen Sicherheit verzeichnete.