Niedersachsen hebt verborgene Erdwärme-Schätze mit neuen Geothermie-Karten
Dora CichoriusNiedersachsen hebt verborgene Erdwärme-Schätze mit neuen Geothermie-Karten
Neue Kartenserie erschließt tiefes geothermisches Potenzial in Niedersachsen
Eine neue Kartenserie soll dabei helfen, das tiefe geothermische Potenzial in Niedersachsen zu erschließen. Das vom Niedersächsischen Geothermie-Dienst (NGD) beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) geleitete Projekt identifiziert Regionen, in denen Erdwärme Häuser und Industrieanlagen mit Energie versorgen könnte. Die Nachfrage nach dieser sauberen Energiequelle steigt bei Kommunen, Versorgern und energieintensiven Betrieben rasant an.
Im Fokus der Karten stehen Gesteinsschichten aus der Keuperzeit, die vor über 200 Millionen Jahren entstanden sind. Die als Exter-Formation bekannte Schicht liegt bis zu 2.600 Meter unter der Erdoberfläche und weist Temperaturen von über 100 Grad Celsius auf. Für die Erstellung der Serie werteten Expert:innen Daten aus mehr als 1.100 Tiefbohrungen in der Region aus.
Tiefe Geothermieanlagen fördern Thermalwasser aus wasserdurchlässigen Sandsteinschichten in großer Tiefe. Die Wärme wird an der Oberfläche genutzt, um Fernwärmenetze oder große Industrieabnehmer zu versorgen. Die meisten der derzeitigen geothermischen Bohrungen in Deutschland reichen bereits in Tiefen zwischen 2.000 und 3.500 Metern.
Norddeutschland verfügt über ein enormes, bisher kaum genutztes Potenzial für diese Energiequelle. Hohe Bohrkosten und Explorationsrisiken haben die Entwicklung jedoch bisher gebremst. Die neuen Karten sind nun kostenlos online verfügbar und bieten Planern sowie Unternehmen ein Werkzeug, um geeignete Standorte effizienter zu identifizieren.
Ziel des Projekts ist es, Geothermie zu einem zentralen Baustein der Energiewende in Niedersachsen zu machen. Mit den nun vorliegenden Daten können Gemeinden und Unternehmen besser einschätzen, wo sich Investitionen lohnen. Dies könnte helfen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und gleichzeitig die steigende Nachfrage nach nachhaltiger Wärmeversorgung zu decken.






