Niedersachsen startet Tablet-Offensive für alle Lehrkräfte vor dem neuen Schuljahr
Francesco HeinrichAlle Lehrer erhalten ebenfalls Tablets - ab Klasse 1 - Niedersachsen startet Tablet-Offensive für alle Lehrkräfte vor dem neuen Schuljahr
Niedersachsen führt im Rahmen einer langfristig geplanten Digitalisierungsoffensive an Schulen Tablets für Lehrkräfte und Schüler ein. Die Initiative, die die SPD bereits im Wahlkampf zur Landtagswahl 2022 angekündigt hatte, startet in diesem Sommer mit der Ausstattung aller Lehrkräfte. Behördenvertreter betonen, dass der Schritt die Klassenzimmer modernisiert und die Lernmöglichkeiten verbessert wird.
Den Anfang machen die Lehrkräfte: Alle 77.800 Pädagoginnen und Pädagogen an den allgemeinbildenden Schulen des Landes erhalten vor Beginn des neuen Schuljahres ein Endgerät. Bildungsministerin Julia Willie Hamburg von den Grünen erklärte, digitale Werkzeuge seien mittlerweile unverzichtbar für den Unterricht. Sie verwies auf Vorteile wie interaktive Lehrformate, schnellere Recherchemöglichkeiten, vereinfachte Verwaltungsarbeit und eine bessere Vernetzung zwischen den Schulen.
Auch Grundschulen werden mit Klassensätzen an Tablets ausgestattet, um jüngeren Schülerinnen und Schülern frühzeitig den Umgang mit digitalen Lernmitteln zu ermöglichen. Ab dem Schuljahr 2026/27 soll dann die erste Gruppe von Siebtklässlern Leihgeräte erhalten, die sie während ihrer gesamten Schullaufbahn nutzen können. Diese schrittweise Einführung weicht vom ursprünglichen SPD-Versprechen ab, das eine sofortige Ausstattung aller Schüler vorsah.
Kritik an dem Vorhaben gibt es bereits: Der CDU-Abgeordnete Christian Führer bezeichnete die Maßnahme als kostspielig und fragte, ob die Mittel nicht sinnvoller für andere dringende Bildungsbedarfe wie Personal oder Infrastruktur eingesetzt werden könnten. Aktuell liegt die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen bei 97,2 Prozent, wobei fast 77.800 Lehrkräfte im Einsatz sind.
Hamburg verteidigte das Programm und argumentierte, Tablets würden die Bildung qualitativ verbessern – etwa durch gestärkte Medienkompetenz und den Zugang zu vielfältigen Lernmaterialien. Bisher liegen jedoch keine genauen Angaben zur Gesamtzahl der Geräte oder einem detaillierten Zeitplan für die Umsetzung vor.
Trotz der Bedenken hinsichtlich der Kosten wird die Tablet-Initiative vorangetrieben, wobei die Lehrkräfte als Erste ausgerüstet werden. 2026 folgen dann die Siebtklässler, was den Beginn einer schrittweisen Ausweitung markiert. Ziel des Programms ist es, digitale Werkzeuge fest im Schulalltag zu verankern – doch wie nachhaltig die Wirkung sein wird, bleibt abzuwarten.
