24 March 2026, 18:18

Niedersachsen will Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren durchsetzen

Computerbildschirm mit einer Meldung "Diese verdeckte Website wurde beschlagnahmt" und dem Logo der niederländischen Polizei, das ein blaues Schild mit einem weißen Stern zeigt.

Niedersachsen will Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren durchsetzen

Niedersachsen fordert strengere Regeln zum Schutz von Kindern in sozialen Medien

Das Bundesland Niedersachsen setzt sich für schärfere Vorschriften ein, um Kinder und Jugendliche in sozialen Netzwerken besser zu schützen. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) warnte, dass junge Nutzer:innen besonders anfällig für süchtig machende Algorithmen und schädliche Inhalte seien. Nun drängen sowohl Landes- als auch Bundespolitiker:innen auf europaweite Reformen – darunter ein mögliches Verbot für unter 14-Jährige und verpflichtende Altersüberprüfungen.

Die niedersächsische Landesregierung will, dass soziale Plattformen den Zugang für Kinder unter 14 Jahren sperren. Lies begründete dies damit, dass Minderjährige kaum Abwehrmechanismen gegen manipulative Funktionen wie KI-gestützte Empfehlungsalgorithmen hätten. Seine Forderung reiht sich ein in breitere Bestrebungen, Plattformen zu verpflichten, altersgerechte Inhalte anzubieten und designbedingte Suchtmechanismen für Nutzer:innen unter 16 Jahren abzustellen.

Auf Bundesebene schlug die Europa-Staatsministerin Melanie Walter (Grüne) vor, den EU-Digitalen Identitätsnachweis (EUDI Wallet) für Altersverifikationen zu nutzen. Dieses System würde es Nutzer:innen ermöglichen, ihr Alter – etwa den Nachweis der Volljährigkeit – zu bestätigen, ohne persönliche Daten preiszugeben. Die EU-Kommission hat bereits Pläne für einen einheitlichen Ansatz ausgearbeitet und wird technische Leitlinien im Juli und Oktober 2025 vorlegen.

Die EU-Lösung soll die bisher zersplitterten nationalen Modelle ersetzen, etwa die "Kids Wallet" in Griechenland oder Pilotprojekte in Frankreich, Spanien und Dänemark. Statt auf biometrische Daten oder direkte Ausweishochladungen zu setzen, würde das System Zero-Knowledge-Proofs nutzen, um die Privatsphäre zu wahren. Kritiker:innen warnen jedoch, dies könnte die Anonymität im Netz einschränken. Die Einführung der EU-Digitalen Identitätsbörse ist bis Ende 2026 in allen Mitgliedstaaten geplant und soll den Digital Services Act (DSA) unterstützen, während Länder wie Deutschland ihre eigenen Genehmigungsverfahren anpassen.

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Da viele große Social-Media-Unternehmen ihren europäischen Sitz in Irland haben, ist eine EU-weite Regulierung unverzichtbar. Die Bundesregierung pocht nun auf strengere Jugendschutzmaßnahmen, darunter verpflichtende Alterskontrollen für alle europäischen Nutzer:innen.

Die Vorschläge würden Plattformen dazu verpflichten, datenschutzfreundliche Altersverifikationen einzuführen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnte es in Niedersachsen ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige geben, während ältere Jugendliche weniger personalisierte Algorithmen erfahren würden. Das harmonisierte EU-System soll bis Ende 2026 starten – doch die Debatten über Datenschutz-Kompromisse und die Durchsetzung der Regeln sind noch nicht abgeschlossen.

Quelle