Niedersachsens Gastronomie kämpft um ausländische Fachkräfte – doch die Hürden bleiben hoch
Leila BlochNiedersachsens Gastronomie kämpft um ausländische Fachkräfte – doch die Hürden bleiben hoch
Fachkräftemangel in Niedersachsens Gastronomie: Ausländische Arbeitskräfte halten die Branche am Laufen – doch langfristig bleibt es schwierig
Unternehmen in Niedersachsen kämpfen zunehmend mit Personalengpässen in der Gastronomie und sind oft auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Besonders in Regionen wie dem Harz, der Nordseeküste und den Ostfriesischen Inseln stellen ausländische Beschäftigte einen großen Teil der Belegschaft. Doch trotz ihrer zentralen Bedeutung gelingt es vielen Betrieben nicht, diese Kräfte langfristig zu binden.
Die Gastronomiebranche in Niedersachsen ist in besonderem Maße auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen – stärker als die meisten anderen Wirtschaftszweige. An der Nordsee stammten 2024 über 36 Prozent der Beschäftigten in Hotels und Restaurants aus dem Ausland. Noch ausgeprägter ist die Situation auf den Ostfriesischen Inseln, wo etwa die Hälfte aller Mitarbeiter:innen in der Gastronomie ausländische Staatsangehörige sind.
Im Harz suchen Unternehmen nicht nur nach saisonalem Servicepersonal, sondern dringend nach Fachkräften wie Köch:innen. Doch viele ausländische Arbeitskräfte bleiben nur für kurze Zeit, was es Betrieben erschwert, stabile Teams aufzubauen. Verzögerungen bei der Visumsvergabe verschärfen das Problem zusätzlich – manchmal können Gaststätten oder Hotels deshalb nicht rechtzeitig öffnen. Die Einstellung von Arbeitskräften aus Drittstaaten ist mit strengen Auflagen verbunden: Ein gültiger Arbeitsvertrag, Nachweise über Deutschkenntnisse und die offizielle Anerkennung der Berufsqualifikationen sind Pflicht. Wie gut die Integration gelingt, hängt zudem von lokalen Faktoren ab, etwa von bereits vorhandenen Communities aus den Herkunftsländern der Beschäftigten oder von der Stärke der Touristensaison. In der Lüneburger Heide gestalten sich die Rekrutierungsbemühungen uneinheitlich, nachhaltige Lösungen sind rar.
Zwar sind ausländische Arbeitskräfte für die Gastronomie in Niedersachsen – vor allem in touristischen Hochburgen – unverzichtbar geworden. Ohne sie könnten viele Hotels und Restaurants ihren Betrieb kaum aufrechterhalten. Doch Visumshürden, Qualifikationsprüfungen und die Schwierigkeiten, Mitarbeiter:innen langfristig zu halten, sorgen weiterhin für Unsicherheit bei den Arbeitgebern.
