Niedersachsens Minister warnt vor Kollaps unabhängiger Apotheken in Deutschland
Francesco HeinrichNiedersachsens Minister warnt vor Kollaps unabhängiger Apotheken in Deutschland
Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi fordert tiefgreifende Reformen im Apothekenwesen in ganz Deutschland. Sein Appell erfolgt vor der anstehenden Debatte des Bundesrates über das Apothekendienstleistungs-Weiterentwicklungsgesetz. Philippi warnt, dass die aktuellen Rahmenbedingungen unabhängige Apotheken an den Rand des Ruins treiben.
Das Ministerium verweist auf eine sich zuspitzende Krise in der Branche, bei der finanzielle Belastungen die Existenz selbstständiger Apotheken bedrohen. Um die Lage zu entlasten, pocht Philippi auf eine Erhöhung der festen Abgabegebühr, die dringend benötigte finanzielle Unterstützung bieten würde.
Gleichzeitig lehnt er Pläne ab, die Vorschriften für Filialapotheken zu lockern. Diese Standorte, so seine Argumentation, böten weniger Serviceleistungen und könnten die Versorgung in ländlichen Regionen schwächen, falls Vollsortiment-Apotheken zu eingeschränkten Filialen umgewandelt würden. Das Ministerium weist zudem Vorschläge zurück, die den Betrieb von Apotheken ohne die physische Anwesenheit eines Apothekers erlauben würden.
Ein weiterer Streitpunkt ist der Vorschlag, pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) vorübergehend als Vertretung für Apothekenleiter einzusetzen. Philippi positioniert sich klar: Solche Maßnahmen würden die Patientensicherheit und Servicequalität gefährden. Seine Reformen zielen darauf ab, die flächendeckende Arzneimittelversorgung zu sichern und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit lokaler Apotheken zu gewährleisten.
Die geplanten Änderungen werden auf der 99. Gesundheitsministerkonferenz beraten, bevor sie im Bundesratsplenum behandelt werden. Bei einer Zustimmung könnten sie die Arbeitsweise von Apotheken in Deutschland grundlegend verändern. Im Mittelpunkt bleibt der Erhalt unabhängiger Apotheken und der zuverlässige Zugang zu Medikamenten.
