Niedersachsens Wirtschaft kämpft mit sinkenden Aufträgen und explodierenden Kosten
Francesco HeinrichNiedersachsens Wirtschaft stagniert - Niedersachsens Wirtschaft kämpft mit sinkenden Aufträgen und explodierenden Kosten
Die Wirtschaftslage in Niedersachsen hat sich im dritten Quartal weiter verschlechtert: Unternehmen kämpfen mit rückläufigen Aufträgen und steigenden Kosten. Nur noch ein kleiner Teil der Betriebe bewertet seine Situation als gut, während fast ein Drittel sie als schlecht einstuft. Die erhoffte Erholung ist ausgeblieben – wichtige Branchen stehen unter Druck.
Besonders betroffen sind der verarbeitende Sektor und die Automobilindustrie. Maschinenbauer und Zulieferer für Autoteile leiden unter höheren Zöllen und Lohnkosten. General Motors und dessen Batteriesparte Ultium Cells haben allein in Ohio und Tennessee über 1.300 Stellen abgebaut und gleichzeitig die Produktion im Werk Factory Zero gedrosselt.
Auch die Logistikbranche muss mit massiven Einschnitten rechnen: UPS plant, seine Belegschaft bis 2025 bundesweit um rund 48.000 Mitarbeiter zu verringern, weitere Kürzungen sollen im Folgejahr folgen. Der Gesundheitssektor wiederum ächzt unter akutem Personalmangel und steigenden Löhnen – verschärft durch Kürzungen bei den Erstattungen von Medicaid und Medicare sowie durch das 2022 in Kraft getretene No Surprises Act, das Überraschungsrechnungen für Patienten begrenzen soll.
Im Finanzsektor gab es zwar ein leichtes Wachstum bei Krediten und Versicherungsprämien, doch auch die Schadenszahlungen sind gestiegen. Bau- und Einzelhandelsunternehmen verzeichnen eine schwächere Nachfrage und sinkende Umsätze. Relativ stabil zeigt sich noch die Lebensmittelbranche, während die meisten anderen Sektoren unter der Belastung leiden.
Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen, fordert dringend wirtschaftspolitische Maßnahmen. Sie verweist auf schrumpfende Auftragsbücher und niedrige Lagerbestände als zentrale Herausforderungen für die heimische Wirtschaft.
Die aktuellen Zahlen zeichnen ein deutliches Bild des Abschwungs in Niedersachsen: Weniger Aufträge, höhere Kosten und flächendeckende Stellenstreichungen erschweren die Rahmenbedingungen für Unternehmen. Die ersehnte konjunkturelle Wende lässt weiter auf sich warten – viele Branchen harren noch immer auf Anzeichen einer Besserung.
