Ökonomin Malmendier kritisiert undifferenzierte Krisenhilfen als Geldverschwendung
Dora CichoriusÖkonomin Malmendier kritisiert undifferenzierte Krisenhilfen als Geldverschwendung
Ulrike Malmendier, ehemalige Wirtschaftsberaterin der deutschen Regierung, hat die Krisenhilfemaßnahmen des Landes als zu undifferenziert und schlecht zielgerichtet kritisiert. Ihrer Ansicht nach verschwendet der aktuelle Ansatz Steuergelder und kommt nicht bei denen an, die sie am dringendsten benötigen.
Malmendier wirft dem bestehenden System vor, die Unterstützung zu stark über die gesamte Bevölkerung zu verteilen. Stattdessen schlägt sie vor, die Hilfen auf die 20 Prozent der verwundbarsten Haushalte zu konzentrieren. Dies würde ihrer Meinung nach erhebliche Mittel sparen und könnte Steuererhöhungen in anderen Bereichen verhindern.
Zudem warnt sie, dass pauschale Leistungen falsche Anreize schaffen. Einige Empfänger könnten dem Arbeitsmarkt fernbleiben, wenn sie bedingungslose Zahlungen erhielten, argumentiert sie. Als Lösung schlägt sie vor, Steuerdaten, Sozialleistungsakten und Zahlungssysteme zu verknüpfen, um den tatsächlichen Bedarf präzise zu ermitteln.
Über die akuten Hilfsmaßnahmen hinaus sieht Malmendier Spielraum für grundlegendere Reformen. Bürokratieabbau und Anpassungen der Arbeitsmarktregeln, so ihre Überzeugung, könnten dazu beitragen, das Steuersystem auszugleichen. Doch sie besteht darauf, dass diese Änderungen Vorrang vor jeder Debatte über Umverteilung haben müssen.
Zu ihren Vorschlägen gehören eine strengere Bedürftigkeitsprüfung bei Hilfsleistungen sowie ein besserer Datenaustausch zwischen Behörden. Würden diese Schritte umgesetzt, ließen sich die Kosten senken und gleichzeitig sicherstellen, dass Unterstützung nur denen zukommt, die sie wirklich benötigen. Der Fokus, betont sie, müsse zunächst auf Effizienz liegen, bevor über eine Ausweitung von Sozialprogrammen nachgedacht werde.






