Olympia 2036: Berlins Bewerbung wackelt – Bürgerentscheid droht das Aus
Francesco HeinrichOlympia 2036: Berlins Bewerbung wackelt – Bürgerentscheid droht das Aus
Deutschlands Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036 steht vor Unsicherheiten, da politische Spannungen und öffentliche Ablehnung zunehmen. Zwar hat das Berliner Abgeordnetenhaus den Antrag der Hauptstadt im Mai gebilligt, doch eine Kampagne für ein ablehnendes Bürgerentscheid gewinnt zunehmend an Fahrt. In anderen Regionen fällt die Unterstützung unterschiedlich aus – die endgültige Entscheidung bleibt damit fraglich.
Am 21. Mai stimmte das Berliner Abgeordnetenhaus für die Olympiabewerbung, unterstützt von CDU, SPD, AfD und einem einzelnen Mitglied der Linken. Doch die Initiative „NoOlympia“, die von Grünen und der Linken getragen wird, sammelt bereits Unterschriften für einen Volksentscheid gegen das Vorhaben. Selbst wenn Berlin als Kandidat ausgewählt wird, könnte die Bewerbung noch 2027 in einer Abstimmung scheitern – rechtliche Fristen verhindern einen früheren Termin für den Bürgerentscheid.
Hamburgs Haltung bleibt unklar. Umfragen zeigen eine gespaltene Meinung, und ein Referendum 2015 scheiterte knapp: 51,6 Prozent lehnten eine Bewerbung ab, 48,4 Prozent stimmten zu. Zudem gilt in der Hansestadt eine Sonderregelung, wonach Volksentscheide Gegenpositionen einbeziehen müssen – und eine Entscheidung nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Landesparlament möglich ist.
München und Nordrhein-Westfalen hingegen zeigen starke öffentliche Unterstützung: Rund zwei Drittel der Befragten befürworten eine Bewerbung. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September über den deutschen Kandidaten entscheiden. Doch Berlins politische Konflikte und ein möglicher Volksentscheid könnten den Prozess erschweren.
Die DOSB-Entscheidung wird zwar den deutschen Bewerber festlegen, doch Berlins Kandidatur könnte 2027 noch an der Hurde eines Bürgerentscheids scheitern. Geht es soweit, hinge die Chance auf die Ausrichtung der Spiele von der Zustimmung der Wähler ab. Die anderen Regionen müssen unterdessen ihre eigene Unterstützung abwägen – bevor die finale Auswahl fällt.






