Osnabrück gedenkt NS-Opfer und eröffnet Ausstellung zu frühen Konzentrationslagern
Leila BlochOsnabrück gedenkt NS-Opfer und eröffnet Ausstellung zu frühen Konzentrationslagern
Fast 200 Menschen versammelten sich am 27. Januar auf dem Marktplatz in Osnabrück, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Gleichzeitig wurde die Eröffnung der neuen Ausstellung "Vorspiel des Terrors: Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus" begangen. Die vom Landkreisverband Osnabrück organisierte Gedenkveranstaltung umfasste Reden, Gebete und Ehrungen durch lokale Vertreterinnen, Vertreter und Aktivistinnen.
Bürgermeisterin Katharina Pötter und Landrätin Anna Kebschull legten Kränze an den Gedenktafeln für die jüdischen und Zigeuner-Opfer nieder. Pötter warnte vor der Rückkehr entmenschlichender Ideologien und betonte die Bedeutung von Bildung für das Bewahren der Erinnerung. Kebschull schloss sich ihrem Appell an und forderte wachsame Aufmerksamkeit gegen Hass.
Schülerinnen, Schüler sowie Mitglieder der Initiative "Omas gegen rechts" verlasen die Namen, Alter und Todesdaten von 38 Osnabrücker Bürgerinnen und Bürgern, die unter der NS-Herrschaft ermordet wurden. Kantor Baruch Chauskin führte anschließend das Gedenkgebet "El male Rachamim" für die sechs Millionen im Holocaust ermordeten Jüdinnen und Juden an.
Jonny Böhmer, Vertreter der Beratungsstelle für Sinti und Roma in Niedersachsen, berichtete vom Leid seiner eigenen Familie und der Osnabrücker Sinti-Gemeinschaft. Auch er legte einen Kranz am Mahnmal für die Sinti-Opfer nieder, um der Verfolgten und Getöteten zu gedenken.
Die Feierlichkeit fiel mit der Eröffnung einer Ausstellung zusammen, die sich mit den frühen Konzentrationslagern des NS-Regimes auseinandersetzt. Die Veranstalter wollten durch öffentliche Formate und historische Aufklärung die Wichtigkeit des Erinnerns unterstreichen. Die Zusammenkunft diente als Mahnung, sich weiterhin mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.
