Osnabrücks radikaler Klimaplan: Nur noch eine Tonne CO₂ pro Kopf bis 2040
Sylvio ThiesOsnabrücks radikaler Klimaplan: Nur noch eine Tonne CO₂ pro Kopf bis 2040
Osnabrück stellt ehrgeizigen Klimaplan vor: CO₂-Ausstoß soll bis 2040 drastisch sinken
Die Stadt Osnabrück hat einen ambitionierten Klimaplan vorgestellt, der die CO₂-Emissionen in den nächsten zwei Jahrzehnten drastisch reduzieren soll. Bis 2040 will die Kommune die durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen von derzeit sieben Tonnen auf nur noch eine Tonne pro Jahr senken. Vom 12. September bis zum 7. Oktober läuft eine öffentliche Konsultation, bei der die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, die Strategie mitzugestalten.
Der Plan entsteht auf Initiative von Osnabrück Klimaneutral, einer Bürgerbewegung, die stärkeres Engagement für den Klimaschutz fordert. Die Stadtverwaltung arbeitet nun mit der Hamburg Institut Consulting GmbH zusammen, um zu ermitteln, wo Emissionsreduktionen und erneuerbare Energien die größte Wirkung entfalten können.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf dem Verkehrssektor: Bis 2040 soll der Radverkehrsanteil von derzeit 20 auf 35 Prozent steigen. Zudem plant die Stadt den Ausbau von Fernwärmenetzen, die energetische Sanierung von Gebäuden und den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen. Die Solarenergie wird eine Schlüsselrolle spielen – mit mehr Dach- und Freiflächenanlagen, um den steigenden Strombedarf zu decken.
Die Stadtverwaltung selbst strebt bis 2030 Klimaneutralität an. Um die Meinung der Bevölkerung einzuholen, läuft fast einen Monat lang eine Online-Beteiligungsphase. Ein Präsenzforum am 25. September bringt zudem 500 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Meinungsbildner zusammen, um über die Vorschläge zu diskutieren. Anschließend wird der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt die Ergebnisse auswerten und entscheiden, wo die Prioritäten liegen.
Falls der Plan verabschiedet wird, wird er grundlegend verändern, wie Osnabrück Energie erzeugt, Wohnungen beheizt und wie sich die Menschen in der Stadt fortbewegen. Die Bürgerbeteiligung gibt den Einwohnerinnen und Einwohnern die Möglichkeit, diese Veränderungen direkt mitzugestalten. Die endgültigen Beschlüsse wird der Umweltausschuss der Stadt nach Ende der Rückmeldefrist fassen.






