Palforzia wird eingestellt: Was bedeutet das für Erdnussallergiker?
Francesco HeinrichPalforzia wird eingestellt: Was bedeutet das für Erdnussallergiker?
Palforzia, das erste zugelassene Medikament zur Erdnussallergie-Desensibilisierung, wird vom Hersteller Stallergenes Greer vom Markt genommen. Das 2021 eingeführte Präparat wird nach dem 31. Juli 2023 nicht mehr vertrieben. Wie das Unternehmen betont, spielten dabei weder Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Qualität noch Wirksamkeit eine Rolle.
Die Entscheidung fällt nach anhaltender Kritik an der Effektivität von Palforzia. Bereits im Februar 2022 hatte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Nutzen des Mittels infrage gestellt. Später kam der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zu dem Schluss, dass die Therapie keinen nachgewiesenen Vorteil gegenüber einem einfachen abwartenden Beobachten biete.
Stallergenes Greer hat einen stufenweisen Ausstieg geplant, um betroffene Patientinnen und Patienten zu unterstützen. Die Startpackung zur Dosissteigerung bleibt bis zum 31. März 2026 erhältlich. Die Phasen der Dosiserhöhung können bis Ende 2026 fortgeführt werden, während die Erhaltungsdosis von 300 mg noch bis März 2027 verfügbar sein wird.
Der Hersteller sichert zu, alle regulatorischen Auflagen während der Übergangsphase einzuhalten und wird Ärztinnen, Ärzte sowie Patientinnen und Patienten begleitend unterstützen. Trotz der Marktrücknahme schreitet die Forschung an alternativen Therapien gegen Erdnussallergien voran – etwa an VLP-basierten Impfstoffen oder neuen oralen Immuntherapien.
Mit dem Auslaufen von Palforzia müssen sich Betroffene und Behandler in den kommenden Jahren auf neue Behandlungsoptionen einstellen. Die gestaffelte Verfügbarkeit der Restbestände ermöglicht einen schrittweisen Übergang statt eines abrupten Endes. Die Entscheidung eröffnet zugleich Raum für vielversprechende Therapieansätze, die derzeit in der Entwicklung sind.






