Pferdehändlerin aus der Grafschaft Bentheim wegen 335 gefälschter Laborberichte angeklagt
Leila BlochPferdehändlerin aus der Grafschaft Bentheim wegen 335 gefälschter Laborberichte angeklagt
Pferdehändlerin aus der Grafschaft Bentheim wegen Urkundenfälschung vor Gericht
Eine 59-jährige Pferdehändlerin aus der Grafschaft Bentheim muss sich wegen der Fälschung tierärztlicher Dokumente vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Ihr wird vorgeworfen, zwischen 2020 und 2023 insgesamt 335 gefälschte Laborberichte eingereicht zu haben, um Exportbestimmungen zu umgehen. Der Prozess begann am Dienstag, dem 13. Januar 2023; das Urteil wird für Anfang Februar erwartet.
Laut Anklage soll die Angeklagte die Laborergebnisse manipuliert haben, um die vorgeschriebenen Quarantänezeiten und tierärztlichen Kontrollen beim Export von Pferden zu umgehen. Erste Zweifel kamen auf, als eine Mitarbeiterin des Veterinäramts Grafschaft Bentheim auffiel, dass über Jahre hinweg identische Laborwerte eingereicht wurden.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, wissentlich gefälschte Unterlagen verwendet zu haben. Durch die vorgetäuschten Testergebnisse soll sie rund 167.000 Euro an Kosten für Untersuchungen und Quarantänemaßnahmen gespart haben. Berichte aus dem Jahr 2025 brachten die Fälschungen später mit der FEI (Fédération Équestre Internationale) in Verbindung und deuteten auf mögliche Verstrickungen in Dopingskandale im Pferdesport hin. Bei einer Verurteilung wegen besonders schwerer Urkundenfälschung droht der Händlerin eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Die Verhandlung soll am 5. Februar 2023 mit der Urteilsverkündung enden.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen 335 mutmaßlich gefälschte Laborberichte, mit denen Pferde ohne die vorgeschriebenen Kontrollen exportiert worden sein sollen. Eine Verurteilung hätte schwere Konsequenzen, darunter eine mögliche zehnjährige Haftstrafe. Das für Anfang Februar erwartete Urteil könnte zudem weitere Erkenntnisse über die Rolle der Pferdesport-Verbände in dem Skandal liefern.
