Philipp Amthor fordert CDU auf: Feminismus als gemeinsame Aufgabe begreifen
Francesco HeinrichPhilipp Amthor fordert CDU auf: Feminismus als gemeinsame Aufgabe begreifen
Philipp Amthor, Politiker der CDU, hat seine Partei aufgefordert, Feminismus aktiv zu unterstützen – statt das Thema linksgerichteten Gruppen zu überlassen. Dieser Appell kommt überraschend, da Amthor in der Vergangenheit feministische Forderungen wie die Lockerung des Abtreibungsrechts oder die verbindliche paritätische Besetzung von Kandidat:innenlisten abgelehnt hatte. Nun betont er, dass Gleichberechtigung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein müsse.
2023 setzte sich Amthor noch für ein Verbot geschlechtergerechter Sprache in Behörden ein. Jetzt jedoch warnt er vor den Angriffen der rechtsextremen AfD auf die Gleichstellungspolitik und verweist darauf, wie häufig Frauen ungleicher Bewertung ausgesetzt seien – etwa wenn ihr Äußeres ihre inhaltlichen Argumente überlagere.
Feminismus sei kein rein linkes Anliegen, sondern eine gesellschaftliche Verantwortung, so Amthor. Er fordert mehr Bewusstsein für das Thema und eine aktive Unterstützung durch Männer. Damit distanziert er sich von früheren Positionen, in denen er zentrale feministische Ziele wie die Liberalisierung des Abtreibungsrechts oder die gleichberechtigte Repräsentation in der Parteipolitik ablehnte.
Seine jüngsten Äußerungen markieren zwar einen Tonwechsel, doch seine bisherige Haltung bleibt ambivalent. Indem er Feminismus als gesamtgesellschaftliche Frage definiert, fordert er die CDU heraus, sich stärker zu engagieren. Die Debatte über Gleichstellung in der Union wird angesichts des politischen Wandels voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen.






