Pläne für umstrittene Biomethan-Anlage gestrichen: Das ist der Grund
Francesco HeinrichPläne für umstrittene Biomethan-Anlage gestrichen: Das ist der Grund
Shells geplantes Biomethanwerk im niedersächsischen Steinfeld wurde abgesagt, nachdem lokale Behörden ihre Unterstützung zurückgezogen hatten. Der Beschluss folgt auf monatelangen Widerstand von Anwohnern und Landwirten, die sich Sorgen über die Umweltauswirkungen des Projekts machten.
Die Anlage, die landwirtschaftliche Abfälle in Biomethan umwandeln sollte, stieß bereits vor der endgültigen Abstimmung im Gemeinderat auf wachsende Ablehnung.
Nature Energy, eine Tochtergesellschaft von Shell, hatte sich erstmals 2021 an den Steinfelder Rat gewandt. Die offizielle Planung begann 2023, wobei das Werk jährlich zwischen 450.000 und 500.000 Tonnen Abfälle verarbeiten sollte.
Der Widerstand formierte sich schnell. Anwohner und Landwirte argumentierten, dass das Projekt übermäßige Mengen an Gülle und Jauche erfordern würde, was die lokale Umweltbelastung erhöhen würde. Gespräche zwischen dem Unternehmen und den Behörden führten zwar zu einer Neubewertung, doch die Bedenken blieben bestehen.
Am 15. Dezember 2025 stimmte der Verwaltungsausschuss von Steinfeld gegen das Vorhaben. Bürgermeister Sebastian Gehrold erklärte, dass der Nutzen die Nachteile nicht aufwiege, und verweigerte die Unterzeichnung eines städtebaulichen Vertrags.
Es ist bereits das zweite Mal, dass Shells Pläne für Biomethan in Deutschland scheitern. Im Dezember 2024 hatte der brandenburgische Landkreis Prignitz ein ähnliches Projekt abgelehnt, nachdem die Einwohner von Karstädt in einem Bürgerentscheid dagegen gestimmt hatten.
Mit der Absage bleibt Shell ohne Biomethanwerk in Steinfeld. Landwirte und Anwohner hatten sich mehr als ein Jahr lang gegen das Projekt engagiert. Die Entscheidung der Gemeinde bedeutet, dass das geplante Gelände vorerst ungenutzt bleibt.
