Politischer Streit um den Tod von Liana K. – wer trägt die Verantwortung?
Sylvio ThiesAfD fordert parlamentarische Untersuchung im Fall Liana - Politischer Streit um den Tod von Liana K. – wer trägt die Verantwortung?
In Hannover ist ein politischer Streit um den Tod der 16-jährigen Liana K. entbrannt, die im August 2025 in Friedland getötet wurde. Die AfD forderte eine offizielle Untersuchung des Falls, doch sowohl CDU als auch die Grünen lehnten den Antrag ab. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob die Behörden versagt haben und die Tragödie hätten verhindern können.
Am 11. August 2025 stieß ein 31-jähriger Iraker Liana vor einen herannahenden Güterzug. Der Tatverdächtige, bei dem paranoide Schizophrenie diagnostiziert wurde, war ein abgelehnter Asylbewerber, der sich eigentlich nicht in Deutschland aufhalten durfte. DNA-Beweise brachten ihn mit der Tat in Verbindung; später wurde er auf richterliche Anordnung in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.
Liana war 2022 mit ihrer Familie nach der Flucht aus der Ukraine nach Deutschland gekommen. Vor ihrem Tod lebte sie in Geisleden in Thüringen. Der Fall sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit, als bekannt wurde, dass der Beschuldigte, Mohammed al-D., bereits vorbestraft war, aber dennoch im Land geblieben war.
Anfang 2026 reichte die AfD-Fraktion im Hannoverschen Stadtrat einen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ein. Sie forderte eine Prüfung möglicher Versäumnisse der Behörden, darunter menschliches, systemisches oder gouvernementales Fehlverhalten. Die CDU lehnte eine Unterstützung jedoch ab und stufte die AfD als rechtsextreme Partei ein. Auch die Grünen sprachen sich gegen den Vorstoß aus und argumentierten, ein solcher Ausschuss dürfe nicht als Plattform für rechtsextreme Propaganda dienen.
Da der AfD die notwendige Unterstützung fehlt – sie bräuchte ein Fünftel der 146 Abgeordneten –, kann sie einen Untersuchungsausschuss nicht allein einberufen. Die Partei bot an, ihren Antrag zurückzuziehen, falls CDU oder Grünen eine eigene Untersuchung initiieren würden, und sicherte beiden Seiten ihre Unterstützung zu.
Der Vorstoß der AfD für eine Aufklärung bleibt damit blockiert, da weder CDU noch Grüne zur Zusammenarbeit bereit sind. Der Fall hat die Spaltungen in der Migrations- und Sicherheitspolitik offenbart. Ohne breitere politische Rückendeckung wird es keine formelle Untersuchung zu Lianas Tod geben.
