Polizei durchsucht Wohnung von Fotojournalist Leon Enrique Montero nach Demonstration
Francesco HeinrichPolizei durchsucht Wohnung von Fotojournalist Leon Enrique Montero nach Demonstration
Polizei durchsucht Wohnung des Fotojournalisten Leon Enrique Montero in Hannover
Um 6:30 Uhr morgens wurde die Wohnung des Fotojournalisten Leon Enrique Montero in Hannover von der Polizei durchsucht. Zwölf vermummte Beamte durchsuchten fast drei Stunden lang sein Zimmer und die Gemeinschaftsräume. Sie beschlagnahmten seine Computer, Handys und Speicherkarten – Arbeitsgeräte, die für seine Tätigkeit unverzichtbar sind.
Die Razzia steht im Zusammenhang mit Vorwürfen im Rahmen einer Demonstration in Oldenburg am 8. November 2022. Die Staatsanwaltschaft wirft Montero und einer weiteren Person vor, während der Kundgebung "Gerechtigkeit für Lorenz" zwei Zuschauer angegriffen zu haben: Claudia H. und Oliver B. Oliver B. erlitt dabei einen Schienbeinbruch, der stationär behandelt werden musste, Claudia H. trug Prellungen davon.
Beide Geschädigte sind Mitglieder der neonazistischen Gruppe "Der Störtrupp" und haben rechtsextremes Gedankengut online verbreitet. Im Durchsuchungsbefehl wurde die Notwendigkeit genannt, weitere Mittäter zu ermitteln. Montero bestreitet jede Beteiligung und betont, er habe versucht, die Situation zu deeskalieren.
Nach der Durchsuchung wurde Montero zur Polizeiwache gebracht, wo Fingerabdrücke und Lichtbilder von ihm genommen wurden. Seit der Razzia leidet er unter Panikattacken und Angstzuständen. Die Beschlagnahmung seiner Ausrüstung hat ihn arbeitsunfähig gemacht – als Fotojournalist kann er seiner Tätigkeit nicht mehr nachgehen.
Die Ermittlungen haben für Montero sowohl berufliche als auch private Folgen. Seine beschlagnahmten Geräte befinden sich weiterhin in Polizeigewahrsam, sodass er kein Einkommen erzielen kann. Die Staatsanwaltschaft führt die Untersuchungen zum Vorfall von 2022 weiter.
