22 March 2026, 14:21

Proteste gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskalieren

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf einem sandigen Strand in der Nähe von Zelten, mit einer Wand und einer Brücke im Hintergrund, die an einer Klimademonstration unter einem bewölkten Himmel teilnehmen.

Proteste gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskalieren

Klimaschutzaktivist:innen haben gegen die Pläne für ein drittes Flüssigerdgas-Terminal (LNG) in der Nähe von Wilhelmshaven protestiert. Die von Fridays for Future organisierte und von Gruppen wie der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem BUND und dem NABU unterstützte Demonstration richtet sich gegen die drohenden Umweltschäden und Klimarisiken. Die Protestierenden argumentieren, dass das Vorhaben im Widerspruch zu Naturschutzbemühungen stehe und die Bedrohung für einen Biodiversitäts-Hotspot verschärfe.

Das geplante Terminal liegt in einem Gebiet, das als Biodiversitäts-Hotspot anerkannt ist und über 600 Arten beherbergt, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat ein Schutzbündnis gegründet und rechtliche Schritte gegen den Bebauungsplan Nr. 225 eingeleitet. Ihre Einwände richten sich gegen die städtebaulichen Verfahren sowie geplante Änderungen der Naturschutzvorschriften.

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Laut dem Klimarisikoindex zählt die norddeutsche Küstenregion zu den besonders gefährdeten Gebieten durch steigende Meeresspiegel, Sturmfluten, extreme Hitze und Wasserknappheit. Der Fridays-for-Future-Aktivist Martin Lüdders betonte vor den Demonstrant:innen, dass Wilhelmshaven zu den am stärksten vom Klimawandel bedrohten Regionen Deutschlands gehöre. Unterdessen verteidigte Niksa Marusic, der Wilhelmshavener Stadtplanungschef, das Projekt als Beitrag zu Klimazielen und Energiesicherheit.

Milena Pressentin von der DUH wies diese Aussagen als "Greenwashing" zurück. Sie argumentierte, dass das Terminal fossiles Erdgas importieren werde und damit Fortschritte im Umweltschutz untergrabe. Die EU-Kommission hat zudem ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil das Land die Vogelschutzrichtlinie nicht ausreichend umsetzt.

Seit 2022 wurden bereits vier LNG-Terminals an Deutschlands Nord- und Ostseeküste gebaut. Wilhelmshaven beherbergt das dritte, weitere Projekte – etwa in Brunsbüttel – sind geplant.

Der Protest spiegelt den wachsenden Widerstand gegen fossile Infrastruktur in ökologisch sensiblen Gebieten wider. Rechtliche Klagen und das EU-Verfahren könnten den Bau des Terminals verzögern oder verändern. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Projekt trotz der Umwelt- und Klimabedenken voranschreitet.

Quelle