07 June 2026, 12:15

Radio CORAX trotzt AfD-Angriffen und kämpft um seine Zukunft

Nominiert für den Panther Award 2026

Radio CORAX trotzt AfD-Angriffen und kämpft um seine Zukunft

Radio CORAX, ein freies Bürgerradio aus Halle, steht in der Kritik der rechtspopulistischen AfD. Die Partei wirft dem Sender vor, „linken Fanatismus“ und eine „Regenbogen-Ideologie“ zu verbreiten. Doch die Station bleibt eine wichtige Stimme für marginalisierte Gruppen – von Kindern über queere Communities bis hin zu Geflüchteten.

Seit 26 Jahren sendet CORAX ein vielfältiges Programm: von Musikformaten wie Tipkin bis zur Magazinreihe Serendipity. Jeder Tag bringt etwas Neues, gestaltet von rund 400 Mitgliedern, die 175 Sendungen produzieren – fast alle ehrenamtlich.

Mit einem Jahresbudget von etwa 200.000 Euro aus der Landesmedienanstalt sowie zusätzlichen Fördergeldern und Projektmitteln finanziert sich der Sender. Angesichts wachsendem politischem Druck sucht CORAX nun nach Wegen, seine Zukunft zu sichern – unter anderem durch eine stärkere Abhängigkeit von Spenden.

Jeder kann in der wöchentlichen Redaktionssitzung eine Sendung vorschlagen, neue Mitwirkende müssen jedoch zunächst ein Einführungsworkshop besuchen. Neben dem Radiobetrieb veranstaltet der Sender Filmabende, öffentliche Diskussionen und Schulungen für Nachwuchsradiomacher in seinen Kellerstudios.

CORAX kooperiert mit Kulturpartnern und ist Teil von AMARC, dem weltweiten Netzwerk nichtkommerzieller Radiosender. Trotz der Herausforderungen bleibt das Team seinem Grundsatz treu: die Programmvielfalt zu bewahren, die den Sender seit 1998 prägt.

Die Forderungen der AfD nach Kürzungen der Mittel stellen CORAX vor eine schwierige Lage. Der Sender wird weiter auf Sendung bleiben, muss aber neue Wege finden, um seine Arbeit zu finanzieren. Mit wachsender Bedeutung von Spenden hängt die Zukunft des Projekts nun noch stärker von der Unterstützung seiner Hörerschaft und Verbündeten ab.

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