RAW-Gelände in Berlin: Kulturort zwischen Abriss und Denkmalschutz
Francesco HeinrichRAW-Gelände in Berlin: Kulturort zwischen Abriss und Denkmalschutz
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines historischen Kulturzentrums, ist derzeit ungewiss. Das Areal, das einst der Wartung der Reichsbahn-Züge diente, beherbergt seit dem Fall der Berliner Mauer Clubs, Bars und Veranstaltungsorte. Heute zählen zu den Attraktionen Konzerträume, ein Biergarten, eine Skatehalle und ein Flohmarkt.
Im Mittelpunkt des Streits stehen die Wohnbaupläne der Kurth-Gruppe. Das Unternehmen beantragte im Januar eine beschleunigte Baugenehmigung, doch Senat und Bezirk lehnten den Antrag Mitte Mai ab. Die Verhandlungen stocken, da Uneinigkeit über die Anzahl der zu errichtenden Wohnungen und den Erhalt historischer Hallen besteht.
Seitdem kommt es zu Protesten. Dutzende versammelten sich vor den Büros der Kurth-Gruppe und forderten den Eigentümer auf, die Gespräche wieder aufzunehmen. Unterdessen erhielten einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, Kündigungen – der Club könnte bereits nächste Woche zum Auszug gezwungen werden.
Das RAW-Gelände bleibt ein lebendiger Kulturort mit langer Geschichte. Seine Zukunft hängt nun davon ab, ob der Konflikt zwischen Bauvorhaben und Denkmalschutz gelöst werden kann. Mieter und Besucher warten gespannt auf das Ergebnis der laufenden Verhandlungen.
