13 March 2026, 20:28

Rechtspopulistische Gewerkschaft "Zentrum" zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einer Volkswagen-Vertretung mit Glaswänden und einem Logo auf der linken Seite auf dem Boden, einige halten ein Transparent.

Arbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtspopulistische Gewerkschaft "Zentrum" zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Zum ersten Mal hat die Gewerkschaft Zentrum Sitze in einem Betriebsrat von Volkswagen errungen. Die Gruppe, die von einigen mit der rechtspopulistischen AfD in Verbindung gebracht wird, sicherte sich zwei der 35 verfügbaren Plätze im Werk Braunschweig. Dies markiert eine Verschiebung im traditionell gemäßigteren politischen Kräfteverhältnis des Standorts.

Die Wahlergebnisse im Volkswagen-Werk Braunschweig zeigen eine klare Aufteilung: Die IG Metall dominierte mit 78,5 Prozent der Stimmen und erhält damit 28 Sitze. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) folgte mit 15 Prozent und fünf Mandaten.

Zentrum, das erstmals mit einer eigenen Liste bei Volkswagen antrat, erreichte 6,49 Prozent der Stimmen. Insider aus dem Gesamtbetriebsrat bestätigten, dass selbst mit mehr Kandidaten der Stimmenanteil nicht für zusätzliche Sitze gereicht hätte.

Die Gruppe wurde 2009 als Zentrum Automobil im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründet und bezeichnet sich selbst als "alternative Gewerkschaft". Ihr Erfolg in Braunschweig steht im Kontrast zu anderen Volkswagen-Standorten, wo sich die Betriebsräte in den vergangenen Jahren stärker nach links orientiert haben. In Wolfsburg etwa errangen linke Gruppierungen 2023 68 Prozent der Stimmen – in Braunschweig waren es lediglich 52 Prozent.

Der Standort Braunschweig bleibt damit marktwirtschaftlicher geprägt, mit wachsendem Einfluss konservativer Stimmen. Dieser Unterschied zeigt sich sowohl in den Wahlergebnissen als auch in der Haltung zu Arbeitskämpfen.

Mit dem Einzug von Zentrum in den Braunschweig Betriebsrat kommt ein neues politisches Element hinzu. Die beiden Sitze der Gruppe ergänzen nun die starke Mehrheit der IG Metall und die kleinere Vertretung der CGM. Das Ergebnis unterstreicht die besondere politische Ausrichtung des Werks im Vergleich zu anderen Volkswagen-Standorten.

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