21 January 2026, 10:44

Rehdens Gasspeicher fast leer – droht Deutschlands Energie-Resilienz zu bröckeln?

Ein altes geologisches Kartenbild von Deutschland auf einem schwarzen Hintergrund, das verschiedene geologische Merkmale wie Berge, Flüsse und Täler zeigt, mit begleitendem Text.

Rehdens Gasspeicher fast leer – droht Deutschlands Energie-Resilienz zu bröckeln?

Deutschlands größtes Gasspeicherwerk in Rehden ist nahezu leer – mit nur noch zwei Prozent Füllstand. Die Anlage, einst ein zentraler Baustein der Energiesicherheit, gilt heute als unwirtschaftlich und nicht mehr systemrelevant. Die Situation erinnert an die Anfangsphase des Ukraine-Kriegs, als die Gasversorgung massiv unter Druck stand.

Der Speicher in Rehden ist ein Porenspeicher, einer von 16 unterirdischen Anlagen dieser Art in Bundesländern. Im Gegensatz dazu gibt es Kavernenspeicher, bei denen durch Ausspülung von Salzvorkommen riesige Hohlräume entstehen – einige fassen bis zu 800.000 Kubikmeter Gas. Bundesweit existieren rund 40 Speicherstandorte mit insgesamt 47 Anlagen, darunter 31 Kavernen- und 16 Porenspeicher.

Während Nordwestdeutschland über günstigere geologische Bedingungen für die Gasspeicherung verfügt, konzentriert sich der Bedarf vor allem auf den Süden, wo Kraftwerke auf eine stetige Versorgung angewiesen sind. Der Transport über weite Strecken erhöht die Komplexität des Systems. Händler am Markt waren davon ausgegangen, dass die Politik die Speicher im Sommer auffüllen würde, um Engpässe im Winter zu vermeiden. Doch Rehden bleibt aufgrund physikalischer Grenzen, Lieferprobleme und fehlender Marktanreize nahezu leer. Trotz früherer Spannungen hat Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) kürzlich die Warnstufe im Rahmen des Notfallplans Gas aufgehoben. Normalerweise gleicht die unterirdische Speicherung saisonale Nachfrageschwankungen aus – doch die geringen Bestände in Rehden werfen Fragen zur künftigen Energie-Resilienz auf.

Der fast leere Rehden-Speicher unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen in Deutschlands Gasspeicherstrategie. Mit einer nach Süddeutschland verlagerten Nachfrage und ungleich verteilter Speicherkapazität sieht sich das System logistischen und wirtschaftlichen Hürden gegenüber. Die Aufhebung der Notfallwarnstufe deutet zwar auf eine kurzfristige Stabilisierung hin, doch langfristige Lösungen bleiben ungewiss.

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