Reul greift Fußballvereine an: Zu lasch gegen Stadion-Randalierer und Ultra-Fans
Francesco HeinrichReul greift Fußballvereine an: Zu lasch gegen Stadion-Randalierer und Ultra-Fans
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul kritisiert Fußballvereine wegen zögerlicher Reaktion auf Stadionvorfälle. Er wirft den Clubs vor, bestehende Maßnahmen – darunter moderne Kamerasysteme – nicht konsequent genug einzusetzen, um Straftäter zu identifizieren und zur Verantwortung zu ziehen.
Reul betonte, dass Vereine oft zu lange zögerten, gegen Randalierer vorzugehen. Als Grund vermutet er die Angst vor Reaktionen der eigenen Ultra-Fans. Gleichzeitig stellte der Minister klar, dass die Sicherheit in Stadien eine staatliche Aufgabe sei und nicht auf die Vereine als private Akteure abgewälzt werden dürfe.
Die Kosten für die Stadionabsicherung dürften laut Reul überhaupt nicht zur Debatte stehen. Es sei inakzeptabel, dass Vereine aus Rücksicht auf die Fanschaft auf Sanktionen gegen Störer verzichteten. Um das Problem zu lösen, schlägt er vor, gesetzliche Regelungen einzuführen, die Vereine bei überlangen Bearbeitungszeiten von Vorfällen mit Strafen belegen.
Ziel der geplanten Maßnahmen ist es, die Clubs zu schnellerem und konsequenterem Handeln gegen Gewalt und Regelverstöße zu bewegen. Reuls Position unterstreicht die Notwendigkeit klarer Verantwortlichkeiten bei Sicherheitsmängeln – im Fokus steht dabei die bessere Durchsetzung bestehender Regeln, nicht die Verlagerung finanzieller Lasten auf private Träger.
