Softwarefehler bei der Bahn: Syrer darf kein Deutschlandticket kaufen
Francesco HeinrichSoftwarefehler bei der Bahn: Syrer darf kein Deutschlandticket kaufen
Kein Deutschland-Ticket für Syrer
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Ein 22-jähriger jesidischer Flüchtling aus Syrien kann das neue, günstige Deutschland-Ticket aufgrund eines Softwarefehlers nicht kaufen. Juan Arabo, der über einen gültigen Aufenthaltstitel verfügt, wurde vom Identitätsprüfungssystem der Deutschen Bahn blockiert. Der Vorfall wirft Fragen nach Diskriminierung und der Zuverlässigkeit digitaler Systeme auf.
Arabo versuchte zunächst, das Deutschland-Ticket online zu erwerben, scheiterte jedoch bei der Einrichtung eines elektronischen Kundenkontos. Sein Aufenthaltstitel, der ihm Niederlassungsfreiheit gewährt, wurde vom System nicht anerkannt. Auch über die DB-Navigator-App und am Schalter der Deutschen Bahn blieb der Kaufversuch erfolglos.
Das betroffene System stammt von dem Schweizer Unternehmen Scailable. Die Deutsche Bahn hat das Problem eingeräumt und angekündigt, dass ein Software-Update in Arbeit sei. Laut Unternehmensangaben dürfe niemand aufgrund seiner Herkunft vom Ticketkauf ausgeschlossen werden.
Arabo, der Deutsch spricht, Steuern zahlt und keine staatlichen Leistungen bezieht, bezeichnete die Situation als ungerecht. Sein Arbeitgeber, Bajram Beqoviqi, zeigte sich frustriert, dass er nicht helfen könne. Gleichzeitig hinterfragte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), warum der Fehler nicht früher erkannt wurde und die Entwickler nun nachbessern müssen.
Die Deutsche Bahn bestätigte, dass Lösungen umgesetzt werden, um allen berechtigten Nutzern den Zugang zum Deutschland-Ticket zu ermöglichen. Der Fall unterstreicht die Notwendigkeit gründlicher Tests in digitalen Identitätssystemen. Arabo und andere Betroffene müssen nun auf das Wirksamwerden des Updates warten.
