30 December 2025, 16:53

Sollen betrunkene Radfahrer und Pedelec-Nutzer härter bestraft werden als bisher?

Mehrere Motorradrennfahrer tragen Helme bei einem Rennen, mit Text am unteren Bildrand.

Sollen betrunkene Radfahrer und Pedelec-Nutzer härter bestraft werden als bisher?

64. Deutscher Verkehrsgerichtstag findet vom 28. bis 30. Januar 2023 in Goslar statt

Vom 28. bis 30. Januar 2023 trifft sich der 64. Deutsche Verkehrsgerichtstag in Goslar, um über zentrale verkehrsrechtliche Fragen zu diskutieren. Im Fokus stehen dabei verschärfte Alkoholgrenzen für Radfahrer, Pedelec- und E-Bike-Nutzer. Zudem wird erörtert, ob betrunkene Fahrrad- und Pedelec-Fahrer künftig ähnlich hart bestraft werden sollten wie Autofahrer oder Nutzer von E-Scootern.

Ein zentraler Diskussionspunkt ist die Frage, ob die aktuellen Promillegrenzen für Radfahrer und Autofahrer noch zeitgemäß und gerecht sind. Angesichts der wachsenden Verbreitung von Pedelecs im Alltagsverkehr stellen Experten infrage, ob die bestehenden Regelungen die realen Risiken noch angemessen abbilden. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Matthias Quarch, dem Vorsitzenden Richter am Landgericht Aachen, wird sich eingehend mit diesen Bedenken befassen.

Darüber hinaus wird diskutiert, ob je nach Gefährdungspotenzial unterschiedliche Sanktionen greifen sollten. Sollten etwa betrunkene E-Bike-Fahrer mit denselben Strafen rechnen müssen wie alkoholisierte Autofahrer? Burkhard Stork, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Polizeidirektor Andreas Diekmann und NDR-Journalistin Christina Harland werden in einer Podiumsdiskussion über strengere Vorschriften für Lastenräder, Pedelecs und E-Bikes debattieren.

Am 29. Januar hält Generalbundesanwalt Jens Rommel einen Hauptvortrag zum Thema „Das Auto als Waffe?“. Dabei wird er auf die rechtlichen Herausforderungen eingehen, die sich ergeben, wenn Fahrzeuge als Tatmittel in Straftaten oder gefährlichen Vorfällen eingesetzt werden.

Ziel der Konferenz ist es, die Auswirkungen von Alkoholisierung auf die Verkehrssicherheit von Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern zu bewerten. Die Ergebnisse könnten zu neuen Bußgeldern oder angepassten Promillegrenzen für Radfahrer führen. Die Beschlüsse des Verkehrsgerichtstags könnten damit maßgeblich die künftige Verkehrspolitik in Deutschland prägen.

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