Stadtrat stoppt Fusion von Wolfenbüttels Stadt- und Kreisbüchereien
Francesco HeinrichStadtrat stoppt Fusion von Wolfenbüttels Stadt- und Kreisbüchereien
Fusionspläne für Wolfenbüttels Stadt- und Kreisbüchereien vom Stadtrat abgelehnt
Ein Vorhaben, die Stadtbibliothek und die Kreisbücherei in Wolfenbüttel zusammenzulegen, ist am Widerstand des Stadtrats gescheitert. Das Ziel der Initiative war es, Kosten zu sparen und den Buchtransport effizienter zu gestalten, indem beide Bestände vereint werden. Die Verantwortlichen hatten gehofft, die fusionierte Bibliothek am Bahnhof unterzubringen und so in der angespannten Haushaltslage Ausgaben zu reduzieren.
Die CDU-Fraktion hatte den Vorschlag als Teil umfassender Maßnahmen zur Entlastung der kommunalen Finanzen eingebracht. Sowohl die Stadt als auch der Landkreis stehen unter erheblichem Budgetdruck – allein das lokale Bildungszentrum weist ein Defizit von rund 6,2 Millionen Euro auf. Durch die Zusammenlegung der Stadtbibliothek Wolfenbüttel und der Kreisbücherei sollte nicht nur die Logistik verbilligt, sondern auch das kulturelle Angebot in der Nähe der Harzstraße zentralisiert werden.
Zum Konzept gehörte zudem eine optimierte Raumnutzung am Bahnhof und im Bildungszentrum. Befürworter argumentierten, die kommunale Zusammenarbeit könne Synergien schaffen – allerdings lagen keine öffentlichen Daten zur Auslastung der Bibliotheken in den vergangenen fünf Jahren vor, um die Pläne zu untermauern. Aktuell beherbergt Wolfenbüttel drei zentrale Kultureinrichtungen: die Herzog August Bibliothek, die städtische Stadtbibliothek und die Volkshochschule des Landkreises.
Trotz dieser Überlegungen lehnte der Stadtrat die Fusion ab. Die Bibliotheken bleiben vorerst eigenständig und behalten ihre bisherigen Standorte und Angebote bei.
Die abgelehnte Planung unterstreicht die anhaltenden finanziellen Herausforderungen in Wolfenbüttel. Ohne die Zusammenlegung müssen Stadt und Landkreis nun alternative Lösungen finden, um die Haushaltslücken zu schließen. Die Bibliotheken werden vorerst weiter unabhängig voneinander arbeiten und ihre bisherigen Dienstleistungen an den gewohnten Orten anbieten.






